Das Resümee von Stadtarchivar Klaus Dieter Guhling fällt sehr positiv aus. "Zusammen mit meiner Mitarbeiterin, Frau Dorothea Hanshans, konnten wir unsere werktäglich zweistündigen Öffnungszeiten von 10 bis 12 Uhr durchhalten und so verlässlicher Partner sein für jeden, der ein Anliegen an das Stadtarchiv hatte", so Klaus Dieter Guhling im Jahresbericht der Verwaltung. "150 Anfragen im Laufe des Jahres von nah und fern belegen hinreichend, dass wir bei lokalhistorischen Fragestellungen als zuständige Institution zunehmend wahrgenommen und konsultiert werden." Der zeitliche Rechercheaufwand der Archivare zeige demzufolge Jahr um Jahr eine leicht ansteigende Tendenz und beanspruche inzwischen ein deutlich größeres Quantum des zeitlichen Budgets als vor Jahren.

Aufstockung erforderlich

"Natürlich darf neben dieser Betreuung unserer Klienten, zu denen selbstverständlich auch diverse Dienststellen der Stadtverwaltung selbst gehören, die laufende Hintergrundarbeit nicht vernachlässigt werden", so der Stadtarchivar. Sie beziehe sich vor allem auf die Pflege, Ergänzung und Aktualisierung der umfangreichen und stets wachsenden Sammlungen, in deren Mittelpunkt die monatliche Auswertung und Archivierung der lokalen und regionalen Zeitungsberichterstattung stehe. "Diese Aufgabe ist immer aktuell und duldet keine längeren Unterbrechungen. So füllen sich unsere Daten- und Informationsspeicher von Jahr zu Jahr und bedürfen verständlicherweise von Zeit zu Zeit weiterer Aufstockungen unserer Raumkapazitäten, wie wir das in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder schon erlebt haben." Deshalb beobachte das Team mit großem Interesse, welche Möglichkeiten sich in Zukunft ergeben werden, wenn durch den geplanten Auszug der Feuerwehr aus der Zehntscheune neue, zweckmäßige Räume für das Stadtarchiv frei werden, so Klaus Dieter Guhling.

Bei diesem Ansinnen kann sich der Stadtarchivar der Unterstützung von Bürgermeister Helmut Blank (CSU) sicher sein. Es gebe ja verschiedene Vorschläge von Institutionen und Parteien, wie die Zehntscheune nach Auszug der Feuerwehr genutzt werden könnte. Sein Favorit für das Untergeschoss sei das Stadtarchiv, betont der Rathauschef.

Eine Erweiterung ist auch nötig, denn: "Neben den sich automatisch durch den Zeitfaktor ergebenden Erweiterungen unserer Sammlungen wachsen unsere Bestände erfreulicherweise auch durch die Zuführung von Nachlässen und Nachlassteilen, wie wir das in der Vergangenheit immer wieder eindrucksvoll und zum Besten unserer Einrichtung erlebt haben", meint Klaus Dieter Guhling. Zuletzt sei das ein Negativkomplex von über 2000 Personen- und Passfotos aus dem Bestand der ehemaligen Drogerie Winter, die Jahre 1958 bis 1968 umfassend, der dringend auf seine Bearbeitung und Identifizierung warte, "bevor die Zeitzeugen wegsterben, die uns hierbei Hilfestellung geben können." Zu nennen sei hier auch ein Teilnachlass des verstorbenen Münnerstädter Malers Gerald Kriedner, der dem Archiv zur Verfügung gestellt wurde. "In diesem Zusammenhang sind auch Vereinsnachlässe zu sehen wie jetzt beispielsweise Schrift- und Bilddokumente der Freiwilligen Feuerwehr, der schriftliche Nachlass des 2010 aufgelösten Männergesangvereins Großwenkheim oder der Nachlass der ehemaligen Gruppierung ,Frauen stiften zum Frieden an'."

Auch im letzten Jahr habe es gelegentliche Führungen durch das Stadtarchiv, wertvolle Pressekontakte und auch öffentliche Vorträge zu archivnahen Themen gegeben. "Erfreulich gestaltet sich dabei auch die Kooperation mit dem neuen Leiter unseres Stadtmuseums, Herrn Dr. Zenzen."

Treue Helfer

Hervorzuheben sei die weitere gedeihliche und langjährige Unterstützung durch die treue und bewährte Helferschar. Namentlich nennt Klaus Dieter Guhling Rita Jonas, Elisabeth Wüst, Roman Jonas, Dr. Johannes Becker und Horst Zakravsky, nicht zu vergessen Fritz Beudert, der sein umfangreiches ortsbezogenes Wissen mehrmals hilfreich zur Verfügung gestellt habe.

Klaus Dieter Guhling lobt das gute Miteinander mit Dorothea Hanshans, hebt aber auch die verständnisvolle und konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, namentlich Stefan Bierdimpfl und Helmut Blank, hervor. "Ich versichere, gern im Dienst unseres Stadtarchivs zu stehen, meine Stelle aber auch gern zu räumen, sobald ein möglicher Nachfolger in Erscheinung treten wird."

Helmut Blank weiß ganz genau, was er an Klaus Dieter Guhling hat. "Einen Besseren könnten wir nicht haben", sagt er. Durch seinen Umzug von Reichenbach in die Münnerstädter Altstadt habe er ja nun auch nur noch eine Minute Fußweg zu seinem Arbeitsplatz in der Zehntscheune. "Ich hoffe, dass er das Stadtarchiv so lange wie möglich leitet", betont Helmut Blank.