Dass sich Flüchtlinge - unabhängig von Herkunft und Sprache - künftig in der Erstaufnahme, auf Ämtern und in der Stadt schneller zurechtfinden, wird mitunter ein Verdienst von 25 Studierenden an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS) sein. Diese haben acht Projekte für das Diakonische Werk, die Polizei und für Flüchtlinge in Schweinfurt, Niederwerrn und Geldersheim umgesetzt.
Jede Reise in Länder, deren Sprache man nicht beherrscht, zeigt schnell, wie verloren man ist, wenn Wegweiser nur in der Landessprache informieren. Genauso ergeht es den Flüchtlingen in Schweinfurt, wenn sie beispielsweise zu einer Behörde gehen. Die Studenten mit dem Studienschwerpunkt "Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft" haben praktische Lösungen in vielen Aspekten der Flüchtlingshilfe erarbeitet.
Über zwei Semester hinweg hat die Hochschule unter Leitung von Vizepräsident Ralf Roßkopf und Professorin Theresia Wintergerst in Kooperation mit der Diakonie Schweinfurt Projekte durchgeführt, um die Integration und Orientierung ankommender Flüchtlinge zu optimieren.Studierende des sechsten Fachsemesters besuchten Gemeinschaftsunterkünfte in Geldersheim, Schweinfurt und Niederwerrn. Ein Team entwickelte zusammen mit einem Designer einfache grafische Darstellungen, die eine Zurechtfinden in den Erstaufnahmeeinrichtungen erleichtern. Im Februar sollen die Piktogramme aufgehängt werden.
Ein zweites Team erarbeitete das Konzept für eine Informationsveranstaltung für Ehrenamtliche über die Herkunftsländer Eritrea, Somalia und Nigeria; hielt diese in Schweinfurt und im Kreis Rhön-Grabfeld.Team 3 überlegte, wie Flüchtlinge sich schnell zurechtfinden können und integrierte interkulturelle Symbole wie eine Kaffeetasse, einen Einkaufswagen oder einen Zug in den Stadtplan. Auch fügten sie Anlaufstellen (etwa Arztpraxen und Supermärkte) in die Karte ein.
Zwei weitere Teams entwickelten Handreichungen für ehrenamtliche Mitarbeiter und für Asylsuchende. In diesen Leitlinien werden Anwälte, Arztpraxen und Kindergärten aufgeführt, deren Standorte über Kontaktadressen schnell zu finden sind. Auch Abläufe und Prozesse des Asylverfahrens werden erläutert.Mit den Symbolen können ohne deutsche Sprachkenntnisse Anlaufstellen auf dem Stadtplan gefunden werden. Darüber hinaus erstellten die Studenten eine Blogsite und listeten darin Vereine auf, um Freizeitaktivitäten zu ermöglichen. Dabei wurde die Idee entwickelt, Vereinsstrukturen für Flüchtlinge zu öffnen. Jetzt können bei einer Fahrradtour Vereine aufgesucht werden, die den Neuankommenden Kontakte bieten. la