Bei derartiger Kritik kann der Bürgermeister nur mit dem Kopf schütteln. In einer Stellungnahme zum Artikel über den Anlagenrundgang der CSU Ebern (siehe FT vom Montag, 25. März) äußert sich Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) "sehr verwundert". Die CSU hatte den schlechten Pflegezustand, matschige Wege und Gefahrenstellen moniert, nachdem eine neunköpfige Mannschaft um den CSU-Vorsitzenden Sebastian Ott die Runde gemacht und allerlei Knackpunkte entdeckt hatte.
"In den vergangenen Jahren ist wirklich viel passiert", kontert Hennemann die Kritik der CSU, die sich mit ihrem Rundgang aus dem Dornröschenschlaf zurückmelden wolle (Zitat: "Die CSU Ebern ist wieder da"), und verweist auf Fotos mit toller Blütenpracht. "Die Eberner Anlage ist so schön, wie sie es noch nie war", sagt er und klammert dabei zumindest die frühen Jahre aus, in denen der damalige Verschönerungsverein um Karl Hoch den Anlagering aufwendig angelegt und zum Erblühen gebracht hatte.
Gerne nähmen er, Hennemann, die Verwaltung und der Bauhof, der maßgeblich für den Unterhalt der Anlage zuständig ist, Hinweise und konstruktive Kritik auf. Für tatsächliche Mängel gebe es zudem die Rubrik "Schadensmelder" auf der Homepage der Stadt.
Allerdings verwahrt sich der Bürgermeister gegen "polemische und falsche Aussagen ohne sachlichen Hintergrund", wie sie den CSU-Beitrag geprägt hätten. "Absolut enttäuscht" sei er darüber, dass die Bemühungen des Bauhofs derartig herabgewürdigt würden.


Die ersten Schritte

Seit Jahren bestehe der Vorsatz, die Anlagen zu überplanen und umzugestalten. Für den großen Durchbruch fehlten bislang die finanziellen Mittel, weshalb der Bauhof die Pflege und Gestaltung übernehme. "Die Mitarbeiter machen das gut. Da lasse ich nichts an das Team von Christian Raehse herankommen", stellt Hennemann klar.
Im vergangenen Jahr habe man die ersten Schritte zusammen mit interessierten Bürgern getan - auch engagierten Mitgliedern der Frauenunion. "Vielleicht gab es hier keinen parteiinternen Austausch?", mutmaßt Hennemann angesichts der Anwürfe aus CSU-Kreisen. Alle Treffen rund um die Gestaltung der Anlage seien öffentlich gewesen.
Man habe Tausende von Blumenzwiebeln gesteckt und weit über 100 Kilo Blumenwiesensaat ausgebracht, die nach Abblühen möglichst lange im Jahr eine Blütenvielfalt, auch für Bienen und Hummeln, gewährleisten, wofür es auch viel Lob aus der Bevölkerung gab. Die Beete hätten viele Menschen erfreut.
Teilbereiche wie die Rückert-Anlage habe der Bauhof komplett überarbeitet. Weiter wurden Kunstwerke (von Eberhard Ponader und Werner Eichler) in den Anlagenring integriert, die Wege neu ausgeschildert und Sitzbereiche geschaffen. Dies alles mit überschaubarem Kostenaufwand. "Mit relativ geringen Mitteln ist hier viel erreicht worden", stellt Hennemann fest.
Der CSU-Männer-Runde, zu der auch zwei Stadtratsmitglieder zählten, entgegnet er: "Sich im Winter über den Zustand der Wege in der Anlage zu beschweren, ist nicht fair."
Zum Vorwurf, es mangele am Schotter auf den Wegen, erklärt Hennemann, die Anlage liege teilweise im Überschwemmungsgebiet und es gebe kaum Unterbau, deshalb sei es - besonders im Winter - schwierig, Pfützen gänzlich zu vermeiden. Anhand aktueller Fotografien, die er seiner Stellungnahme am Abend nachgereicht hat, belegt der Bürgermeister, dass es sich bei den Beobachtungen der CSU um eine Momentaufnahme gehandelt habe. Auf den Bildern sind keine Pfützen zu erkennen, alle Wege abgetrocknet. Jährlich bringe der Bauhof etliche Tonnen an Schotter auf die Wege auf. Dies geschehe abschnittsweise und maßvoll. Denn viele Bürger, speziell junge Familien mit Kinderwagen, oder Senioren, die mit Rollator und Rollstuhl unterwegs sind, hätten ein Problem, wenn zu viel Schotter und Splitt aufgebracht wird, da sie nur schwer durchkämen.


"Kein Handlungsbedarf"

Die Engstelle hinter dem Sportstudio und die ungesicherte Uferböschung zum Angerbach hatte die CSU ebenfalls moniert. Diese Situation ist nicht neu, bemerkt der Bürgermeister, "und auch nicht problematisch".
Auf Grund eines Unfalls in diesem Bereich sei im vergangenen Jahr die Haftungsfrage und damit die Verkehrssicherungspflicht der Stadt geprüft worden. Ergebnis: Der Weg ist breit genug, es ist keine Absturzsicherung erforderlich.
Dafür, dass nicht jeder Weg beleuchtet sein muss, gebe es einen Grundsatzbeschluss des Stadtrats. Zum Weg hinter dem Sportstudio gebe es beleuchtete Alternativen, "so dass hier niemand, weder Mann noch Frau, nachts im Dunklen laufen muss." Es bestehe also keine Handlungsnotwendigkeit. eki