Bernhard Panzer

Am Donnerstag kommender Woche geht's in den Stadtrat, und danach kann das Projekt Stadt-Umland-Bahn (StUB) die nächste Runde drehen. Zumindest aus Herzogenauracher Sicht. Denn der Planungsausschuss folgte am Dienstagabend der Empfehlung der Machbarkeitsstudie.
Demnach ist als innerstädtische Trasse die Rathgeberstraße vorgesehen. Sie setzte sich gegen die beiden weiteren untersuchten Varianten Flughafenstraße und Lohhoftrasse durch. In der Sitzung gab es (noch) vier Gegenstimmen der CSU. Das allerdings deshalb, weil man kritisierte, dass noch keine Zeit für eine Fraktionssitzung gewesen sei.


Nur eine Vorzugsvariante

Nach der Entscheidung des Stadtrates, sollte auch der sich mehrheitlich oder gar einstimmig anschließen, wird man mit dem Vorschlag in das Gremium des Zweckverbands gehen, dem die beteiligten Städte Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach angehören. Gibt's auch dort die Zustimmung, dann ist eine wichtige Voraussetzung für das Raumordnungsverfahren und die Planfeststellung getroffen.
Wie der technische Leiter des Zweckverbandes StUB, Florian Gräf, ausführte, bedeutet das aber trotzdem nicht automatisch, dass es auch diese Trasse wird. "Wir gehen mit dieser Vorzugsvariante ins Verfahren", sagte er im Ausschuss. Von der Regierung geprüft werde aber auch weiterhin die Flughafenstraße, die man als untergeordneten Vorschlag mit einbringen müsse. Der Lohhof-Vorschlag hingegen wird ausgeschlossen, heißt es im Fazit der Studie.
Zuvor hatte Stefan Schwarzbach vom Büro Verkehrs Consult Dresden-Berlin (VCDB) in seinen Ausführungen zu dieser Studie verdeutlicht, weshalb der Weg durch die Flughafenstraße aber nur den zweitbesten Vorschlag darstellen könne. Allen Argumenten voran stellte er die enge Situation, die sich dort auftut. Gerade am unteren Bereich, zwischen Hallertürlein und Postplatz.
Freilich könnte man dort "links und rechts Gebäude wegnehmen", sagte er auf eine Nachfrage hin. Dann wäre das technisch kein Problem. Aber wer will schon Häuser abreißen? Konrad Körner (CSU) hatte angefragt, ob die Engstelle nicht doch machbar wäre, denn "vor einer Jahrhundertentscheidung darf so eine Frage erlaubt sein."
Ein weiterer Eingriff wäre, wie Schwarzbach ausführte, dass der Kreisverkehr am Postplatz zu einer Kreuzung zurückgebaut werden müsste.
In der Debatte äußerte die CSU Skepsis. Vor allem der Endpunkt der StUB nahe dem früheren Bahnhof und die Tatsache, dass dort auch Stadtbusse halten, trieb Konrad Körner die Sorgenfalten auf die Stirn. Seiner Ansicht werde es "einen Busbahnhof an der Schütt dann nicht mehr so geben. Der Endpunkt ist am Bahnhof." Körner befürchtet dadurch "massive Auswirkungen auf die Innenstadt", und Fraktionschef Bernhard Schwab sah das ebenso. "Die Innenstadt ist wichtig. Wir haben die Sorge, dass sie abgehängt wird."
Dem traten Bürgermeister German Hacker und seine Stellvertreterin Renate Schroff (beide SPD) entgegen. "Am Endhalt docken auch Busse an", sagte Hacker. "Keiner muss in die Schütt laufen." Und Schroff führte an, dass man mit der StUB ja eine regionale Anbindung erreichen werde, der Citybus bleibe aber für die innerstädtische Erschließung. Sie ergänzte, dass das Stadtbus-System sicherlich in den nächsten Jahren erweitert werde.
Kurt Zollhöfer (CSU) verwies auf die Notwendigkeit, dass die Fahrzeit der Bahn in die Erlanger Innenstadt unter einer halben Stunde liegen müsse. Der Bus brauche nämlich 29. Die StUB werde etwa 21 Minuten benötigen, meinte Hacker. Das ergäben erste Berechnungen. Man könne sicher sein, dass die Stadt großes Interesse daran habe, dass man zügig von A nach B kommt.


Anderes kommt nicht in Frage

Weitere Streckenvarianten, wie ein Schwenk über die Fachklinik und das Atlantis, wie von CSU-Stadtrat Schwab angesprochen, scheiden aus. "Diese sind nicht qualifiziert für eine tiefere Untersuchung." Wenn man "sehr viel mehr Streckenlänge" habe, fehle schlicht die Nachfrage. Man könne die Vorschläge aber für eine übernächste Baustufe im Hinterkopf behalten, sagte er. Und Bürgermeister Hacker führte an, dass schon 400 Meter mehr sich wirtschaftlich nicht mehr tragen würden. Man müsse in einem ersten Schritt jetzt die Kernstrecke festlegen. Und diese müsse auch zwingend über das große Siedlungsgebiet Büchenbach führen.