Zur Jahreshauptversammlung hatte der Verein 1000 Jahre Kronach seine Mitglieder in die Festung Rosenberg eingeladen, um dort die neuen Raumangebote kennenzulernen. Kerstin Löw führte und erläuterte die im Rahmen der Mehrjahressanierungsprogramme jetzt fertiggestellten Räume.

Über den durch einen Aufzug barrierefreien Verbindungsknoten werden die neuen Trauungszimmer samt Cateringküche auf der Seite erreicht, in der früher das sogenannte Frankenwaldmuseum untergebracht war. Gegenüber führt der Weg in den neuen großen Zeughaussaal, der in drei Einzelabschnitte abgetrennt werden kann und einen Ausgang auf den Kommandantengarten bietet. Dort sollen zukünftig in großem Maße kulturelle Veranstaltungen, Tagungen, Workshops usw. stattfinden.

Über den Kommandantengarten, der noch der gärtnerischen Anlage bedarf, erreichte die Mitgliederschar den Innenhof und konnte einen Blick in den Jufa-Hotelbereich werfen. Von diesem erwartet die Stadt, so Löw, eine weitere Belebung der Festungsnutzung, weshalb auch zusätzliche Erleichterungen in der Zugänglichkeit durch Parkplätze und einen neuen Eingang hinter der Festungsanlage in Bau seien.

In der Regimentsstube des Alten Zeughauses wurde die weitere Tagesordnung mit dem Bericht der Vorstandschaft abgewickelt. Da im vergangenen Jahr zwei Mitgliederversammlungen stattgefunden hatten, bei denen u.a. über den Bezug von Räumlichkeiten in der Amtsgerichtsstraße entschieden worden war, beschränkte Vorsitzender Manfred Raum den Arbeitsbericht auf wesentliche Teile des Vereinsgeschehens.

Bei öffentlichen Veranstaltungen wurden das Thema "Stadtillumination" mit Dipl. Ing. Michael Müller samt Führungen zu diesem speziellen Aspekt bei "Kronach leuchtet", der Vortrag anlässlich der Publikation "Jüdisches Leben in der Region" sowie im Vormittagskreis der VHS das Thema "Cranach-Welten - wie alles anfing und wo es hinführen soll" behandelt. Am 10. Oktober folgt nun die Veranstaltung mit Prof. Andreas Tacke, Universität Trier, zum Thema "Lucas Cranach - ein Künstler zwischen den Zeiten". Diese Veranstaltung wird in Erinnerung an Cranachs Todestag (16. Oktober 1553) mit Unterstützung der Goethe-Gesellschaft Kronach durchgeführt.

Weimar ist Ziel am 12. Oktober

Der vom Verein organisierte Ausflug zur Nürnberger Kaiserburg hatte wieder großen Zuspruch; in diesem Jahr ist das Reiseziel Weimar am Samstag, 12. Oktober, wobei natürlich Cranachs dortige Spuren verfolgt werden, vor allem aber auch das neue Bauhaus-Museum besucht wird. Die Fahrt ist öffentlich, Einzelheiten bitte bei Lore Walker, Tel. 93673, erfragen.

Ein weites Arbeitsfeld stellen die Publikationen dar: zwei Cranach-Zeitschriften und das Sonderheft "Cranach-Welten" sind im Berichtszeitraum erschienen. Das Buch "Kurt Reuß - Erinnerungen an das alte Kronach" wurde noch einmal nachgedruckt, weil es sehr schnell vergriffen war; auch das Kinderbuch "Kronacher G'schichten" ist nicht mehr auf dem Markt; es soll aber davon ein Hörbuch hergestellt werden. Stellv. Vorsitzender Dirk Eilers will von Schülern die Texte einsprechen lassen. Außerdem ist das Kinderbuch-Projektteam wieder aktiviert; Kerstin Sperscheider leitet die Gruppe, die einen Band 2 der Kindergeschichten erarbeiten will. Dafür ist die Suche nach Autoren im Gange, die eine Kindergeschichte schreiben, die in Kronach oder drum herum angesiedelt sein soll. Weitere Publikationen zur Geschichte sind geplant, für sie werden noch Sponsoren gesucht bzw. laufen Verhandlungen.

In Arbeit ist ferner wieder ein Geschichtskalender; Christian Porzelt wird für das Jahr 2020 einen interessanten Fotoquerschnitt zusammenstellen zum Thema "Das verschwundene Kronach". Die organisatorische und redaktionelle Betreuung der Herausgaben erfordere mehr Mitwirkende. Dafür, so ließ Vorsitzender Manfred Raum erkennen, müssten dringend Helfer gefunden werden. Die Mitgliederzahl des Vereins ist bisher bei rund 400 stabil gehalten worden; allerdings sei es nötig, so der Vorsitzende, verstärkt Mitglieder zu gewinnen und sie für die Vereinsarbeit zu begeistern.

Viel zu tun im neuen Domizil

Mit der Unterbringung des Vereins in der Amtsgerichtsstrasse würden sich dafür neue Möglichkeiten ergeben; zunächst sei es aber genauso spannend und herausfordernd, die Räume zu gestalten und einzurichten. Bisher habe sich ein kleiner Arbeitskreis darum verdient gemacht, es seien aber weitere Kräfte nötig. Insbesondere gelte es, das Cranach-Archiv fachgerecht einzurichten und kleine "Cranach-Welten-Ausstellungen" zu kreieren. Bis zum nächsten Cranach-Gedenkjahr, dem 550. Geburtstag im Jahr 2022, sollen dazu entscheidende Fortschritte gemacht werden. Cranach soll in seiner Geburtsstadt dadurch noch stärker präsent werden.