Theresa Schiffl Weismain — Das Thema Nachhaltigkeit ist mittlerweile in vielen Unternehmen ein wichtiger Punkt der Firmenphilosophie. Auch bei der Baur-Gruppe: Von 2006 bis zum Jahr 2018 konnte sie ihren Emissionsausstoß von 19 824 Tonnen auf 9514 Tonnen senken.

Das sind 52 Prozent. Und das sogar vor dem gesetzten Zieldatum 2020.

Mehrere Einsparungsbereiche

Bei einigen Bereichen sei es einfach, CO2 einzusparen und in anderen schwieriger, erklärt Erhard Ströhl, Bereichsleiter für Informationsmanagement, Bau und Technik.

"Insgesamt unterscheiden wir zwischen drei großen Bereichen: dem Standort, der Distribution, also wie die Ware zum Kunden geliefert wird, und der E-Mobilität."

Beim ersten Punkt sei es relativ einfach, durch Photovoltaik, spezielle Leuchten mit Bewegungssensoren und automatischer Dimmfunktion sowie ein Blockheizkraftwerk CO2 einzusparen.

Das Thema Mobilität spiele ebenfalls eine wichtige Rolle, lasse sich aber ebenfalls einfach lösen: "Wir haben schon einige E-Autos und Hybrid-Autos, jetzt ist noch ein neuer elektrischer Smart dazu gekommen. Aber wir versuchen, insgesamt die Geschäftsreisen gering zu halten und mehr über Videokonferenzen zu kommunizieren", erklärt Ströhl weiter. Mit den umweltfreundlichen Autos sowie weniger Flugreisen habe sich der Kohlendioxidausstoß im Bereich der Mobilität und Geschäftsreisen um 41 Prozent verringern lassen.

Lieferweg noch ein Problem

Der einzige Punkt, der noch sehr viele Herausforderungen in sich birgt, ist die Distribution, also die Lieferung der Waren zum Kunden. "In diesem Bereich konnten wir unser Ziel, 50 Prozent an CO2 einzusparen, noch nicht erreichen."

Eine passende Alternative für das Transportmittel Lkw habe sich noch nicht gefunden, jedoch wirken hier die Einsparungen an den Standorten und in den Gebäuden mit 67 Prozent in der Gesamtbilanz ausgleichend, erklärt Ströhl.

David Störmann arbeitet seit zwei Jahren bei Baur und hat dort auch seine Bachelorarbeit über Unternehmensethik geschrieben. Mittlerweile ist er Umwelt- & CR-Koordinator. "Wir versuchen unsere Ziele im Bereich Nachhaltigkeit systematisch zu gestalten. Das sind meistens kleinere Korrekturen der Richtung."

Aber auch die Umwelt außerhalb des Unternehmens ist der Baur-Gruppe wichtig, erklärt Ströhl: "Beim Umweltpakt Bayern haben wir ein Projekt zur Bachreinigung. 105 Kilometer werden jedes Jahr von uns gereinigt."

Auch wenn Mitarbeiter gute Ideen hätten, unterstütze dies das Unternehmen. "Wir haben viele, die sich ehrenamtlich engagieren. Das finden wir auch sehr wichtig", erklärt Manfred Gawlas, Leiter der Unternehmenskommunikation und Pressesprecher.

So förderte das Unternehmen beispielsweise Lukas Porzelt, der bei Baur als Informatikkaufmann arbeitet und sich in seiner Freizeit viele Stunden um seine neun Bienenvölker am Standort Altenkunstadt kümmert. Der Honig wird in der Kantine dann an die Mitarbeiter verkauft. "Soziales Engagement ist uns wichtig und wir unterstützen bei solchen Projekten gerne. Jedoch finden wir, dass der Kontext einfach zu uns passen muss und einen lokalen Bezug haben sollte", resümiert Erhard Ströhl, und er fügt hinzu: "Uns sind wertebewusste Unternehmensstrategien wichtig."