Susanne Deuerling Endlich ist er da, der neue Heimatkalender aus Wallenfels, herausgegeben vom Heimatgeschichtlichen Arbeitskreis. Der Kalender nimmt den Betrachter mit auf eine Zeitreise in das Jahr 1998, das Jahr der Gründung des Arbeitskreises und das Jahr der 750-Jahr-Feier der Stadt Wallenfels. Er ist voll mit tollen Bildern, die Geschichten und "Geschichtla" erzählen, Erinnerungen wachrufen und vielleicht auch manche Träne hervorrufen, weil liebe Menschen, die auf den Bildern zu sehen sind, nicht mehr leben.

Der Heimatgeschichtliche Arbeitskreis sieht den Kalender 2019 als "Geburtstagsgeschenk" zum 20-jährigen Bestehen. Deshalb richtet er sich auf das Geburtsjahr und stellt ein Panoptikum eines mit Festen und Jubiläen angefüllten Jahres dar. Auf 47 Fotografien werden sich viele unter den über 400 Abgebildeten wiedererkennen. Bereits das Deckblatt hebt, einem Triptychon ähnelnd, drei dieser besonderen Anlässe hervor und stellt gleichzeitig eine starke Beziehung zum Ort selbst her.

Die Schwedenfahne, die Wilde Rodach und die Schlosskapelle sind untrennbar mit der Stadt verbunden. "Rodach in Flammen" ist seit Jahrzehnten ein Besuchermagnet. Doch im Jahr 1998 wurde es ganz besonders gefeiert: Ein Gottesdienst auf Floßen mitten auf der Wilden Rodach fand am 20. Juli statt. Während Pater Heinrich auf wackeligen Beinen und sichtlich unsicher und etwas ängstlich die Messe auf dem Floß vor dem Trommleraltar zelebrierte, standen die Fahnenabordnungen auf dem Gemeindewehr.

Historisch wird es auch bei den Bildern vom "Fahnenschwinger von Wallenfels", einem Stück von Andreas Bauer. Es wurde auf der Kümmelswiese aufgeführt; seitdem werden viele Theaterstücke dort aufgeführt. Sind es Erinnerungen an die Jubel- und Erstkommunion im April, den historischen Festzug zum 750-jährigen Ortsbestehens im Juni oder auch die 125-Jahr-Feier der Feuerwehr Wallenfels - tolle Bilder entführen in die Vergangenheit.

Schiefertafeln als "Bausteine"

Erwähnt sei auch noch das Septemberblatt, das ganz der Schlossbergkapelle gewidmet ist. Auf Initiative der Theaterfreunde wurden Spenden erbeten und am Schluss eine Summe von über 50 000 DM gesammelt. Eine tolle Aktion waren hier die bemalten Schiefertafeln, die als "Bausteine" verkauft wurden. Das historische Stadtfest, Behindertentreffen mit den "Schlümpfen" und Bilder des Adventskonzertes vervollständigen den gelungenen Kalender.

Die Vorstellung des Heimatkalenders 2019 übernahmen im Rathaus Franz Behrschmidt und Thomas Weis, der als "technischer Leiter" und Motor die Hauptarbeit am Kalender übernommen hatte. Deshalb galt der besondere Dank von Franz Behrschmidt und seinem Team dem jungen Mann und allen, die mitgearbeitet und Bilder zur Verfügung gestellt haben.

Behrschmidt führte aus, dass 1998 ein besonders Jahr für Wallenfels gewesen sei: "Es herrschte Aufbruchstimmung im Ort und das Gemeinschaftsgefühl wurde gestärkt." Auch wenn sich diese Stimmung nicht über die Jahre erhalten habe - das Zusammengehörigkeitsgefühl sei in Wallenfels noch immer da.

Auch Bürgermeister Jens Korn fand sich im neuen Kalender wieder, war er doch eines der Gründungsmitglieder des Heimatgeschichtlichen Arbeitskreises am 1. März 1998. Er freute sich darüber, dass die Herausgabe eines Wallenfelser Kalenders Tradition geworden sei, nicht nur zum An-die-Wand-Hängen, sondern er habe auch eine Chronikfunktion für die Ereignisse und Menschen der Stadt. "Wallenfels ist eben ein Ort, der seine Traditionen lebt und dies auch zeigt", betonte Korn.

Auch Pater Jan Poja war beeindruckt von der Vielzahl an Ereignissen im neuen Kalender. Das Zusammenwirken von Politik und Kirche sei gut erkennbar. Die Leistungen der Vereine und des ganzen Ortes werde hervorgehoben. "Es ist schön, so viele Bilder von kirchlichen Elementen zu sehen", bedankte sich der Priester.

"A Wallnfelse Seidla"

Auch das "Wallnfelse Seidla" steht wieder mit im Mittelpunkt der Präsentation. Neue Etiketten heben das "Wallnfelse Seidla" hervor, und die Nachfrage ist immer noch enorm. Das Kellerbier mit fünf Prozent Stammwürze, das im Sechser-Träger angeboten wird, ist sicherlich auch ein potenzielles Weihnachtsgeschenk und wird deshalb beim Weihnachtsmarkt vom Heimatgeschichtlichen Arbeitskreis mit angeboten.

Der Verkauf des neuen Wallenfelser Heimatkalenders beginnt am Sonntag, 2. Dezember, auf dem Weihnachtsmarkt am und im Kulturzentrum. Es gibt ihn in zwei Größen: Die große Ausgabe im DIN-A3-Format kostet 9,50 Euro und die kleinere Ausgabe in DIN A4 wird für sechs Euro angeboten. Danach kann der Kalender im Pfarrbüro erworben werden.

Das "Wallnfelse Seidla" gibt es im Sechser-Träger für 7,50 Euro ebenfalls am Stand des Heimatgeschichtlichen Arbeitskreises beim Weihnachtsmarkt.