Auf eine lange Zeitreise nahm Kreisheimatpfleger Christian Blenk seine Zuhörer im "Sternstübla" mit. Das Interesse an seinem Vortrag über die frühe Geschichte der Dörfer, die heute Oberaurach bilden, wird noch Folgen haben - folgende Vorträge nämlich, wie schon am gleichen Abend vereinbart wurde.
Viel gibt es zu erzählen aus der Geschichte von Dankenfeld, Trossenfurt oder Oberschleichach. Für seinen ersten Geschichts-Votrag im Bürgertreff "Sternstübla" wählte Christian Blenk die ganz frühe Geschichte. Mit der setzt er sich seit geraumer Zeit intensiver auseinander, weil er seit Jahren den geistigen Nachlass seines Vorgängers, Kreisheimatpfleger Paul Hinz, auswertet und ordnet. Hinz war ein Vorreiter auf diesem Gebiet, seine Sammlung von Funden bildet das Kernstück der Ausstellung, die im Schloss Oberschwappach gezeigt wird.
Christian Blenk informierte sein interessiertes Publikum zunächst, dass der Neandertaler nicht in Steigerwald siedelte, sondern in den Seitentälern des Maintales, wo er klimatisch im Vorteil war.
Allerdings gab es im Steigerwald auch während der Eiszeit nie eine Eisdecke, das zeige allein schon die Bodenbeschaffenheit. Er zeigte die Entstehung des fränkischen Schichtstufenlandes auf, die Entwicklung verschiedener Menschenrassen und deren Weg vom Jäger hin zum Ackerbau.
Diese Entwicklung bedeutete auch, dass ein Quadratkilometer nicht mehr nur zwei, sondern 20 Menschen ernähren konnte. Das war ein wichtiger Schritt hin zum sozialen Miteinander. Anhand von Funden, die größtenteils in Oberschwappach ausgestellt sind, zeigte Blenk die Entwicklung der Werkzeuge und damit der Fähigkeiten der frühzeitlichen Menschen auf.
Viele Funde stammen von Paul Hinz selbst, aber auch viele Landwirte und Spaziergänger haben solche Funde abgegeben, wie ein jungsteinzeitliches Steinbeil vom Kohlberg in Oberschleichach. Blenk appellierte dringend an jeden, der einen solchen Fund macht, ihn abzugeben, besser noch, sich den Fundort einzuprägen und das Stück an Ort und Stelle zu belassen. Für die Archäologen kann die Umgebung des Fundortes nämlich viel Aufschluss geben.
Abschließend gab er Einblick in die Arbeit eines Kreisheimatpflegers. Sehr spannend sei für ihn die Ausgrabung eines Gräberfeldes in Eschenau gewesen. Auf dieses war man zufällig gestoßen, dann stellte sich heraus, dass es sich um Grablegen aus dem elften und zwölften Jahrhundert handelte, also aus einer Zeit, als Heinrich II. in Bamberg residierte. Das sei eine sehr spannende Erfahrung gewesen, so Christian Blenk.
Und er lud ein, sich einmal im Heimatmuseum im Schloss Oberschwappach auf eine solche Zeitreise zu begeben, es ist von April bis Oktober geöffnet.
Anita Amend, Organisatorin von "Bürger helfen Bürgern", nahm ihm unter dem Beifall der Zuhörer das Versprechen ab, weitere Geschichtsvorträge im "Sternstübla" anzubieten.