Die Allgemeinchirurgische Abteilung am Klinikum Forchheim lud ein zum achten Expertenworkshop Hernienchirurgie. 37 Chef- und Oberärzte aus ganz Deutschland kamen in die Königsstadt.

Unter einer Hernie versteht man das Austreten von Eingeweiden aus der Bauchhöhle, umgangssprachlich als Bruch bezeichnet. Es gibt äußere und innere Hernien, die häufigste äußere Hernie ist der Leistenbruch, die häufigste innere der Zwerchfellbruch.

Der zweitägige Workshop untergliederte sich in Fachvorträge und Live-Operationen. Die Operationen erfolgten minimalinvasiv, also mit sogenannter Schlüssellochtechnik über einen hochmodernen 3-D-Videoturm. Die Teilnehmer konnten mithilfe der Datenübertragung und speziellen 3-D-Brillen das Vorgehen im Operationssaal ebenfalls live verfolgen.

Chefarzt Bernhard Drummer führte laparoskopische (per Bauchspiegelung) Eingriffe bei Hiatushernien (Zwerchfellbruch) durch. In einem Fall war nahezu der komplette Magen durch die Bruchlücke von seiner ursprünglichen Lage im Bauchraum in den Brustraum verlagert. Im Anschluss operierte der leitende Oberarzt Michael Sturm einen Leistenbruch und einen sogenannten Rezidivleistenbruch (bereits in offener Technik voroperiert), ebenfalls in minimal invasiver Technik und im 3-D- Bildmodus.

Die Videolaparoskopie in 3-D-Technik wird am Klinikum Forchheim bereits seit fünf Jahren angeboten und durchgeführt. Wolfgang Steurer, Viszeralchirurg am Krankenhaus in Leonberg bei Stuttgart, nahm zum ersten Mal am Hernienworkshop teil. Der Bauchspezialist sieht die Vorteile der kleinen Expertenrunde: "Auf den kleinen Meetings kann man ganz offen über Themenbereiche sprechen. Das geht auf großen Kongressen nicht. Hier erhält man gute Tipps. Wie machen es die Kollegen?" Hilfreich empfindet er die 3-D-Sicht auf die Operationsbilder aus der Bauchhöhle. Wolfgang Steurer informierte sich auch über die Fortschritte auf dem Gebiet der Kunststoffnetze, die verhindern sollen, dass erneut eine Hernie auftritt.

Hier ist die Allgemeinchirurgische Abteilung unter der Leitung von Chefarzt Drummer laut Pressemitteilung des Klinikums federführend in der Entwicklung neuer Materialien. Erstmalig wurden hier neue, speziell für die Versorgung von "Zwerchfellbrüchen" angefertigte Netze eingesetzt. red