Mit dem plötzlichen Tod des bekannten Bäcker- und Konditormeisters Klaus Römmelt endet vorläufig auch die 120-jährige Geschichte der Herzogenauracher Traditionsbäckerei mit dem beliebten Café am Marktplatz. Der Betrieb ist momentan eingestellt. Nachdem Klaus Römmelt Bäckerei und Laden von seinem Vater Hans übernommen hatte, modernisierte er in den vergangenen Jahren viel, und "Der Römmelt", wie er in Herzogenaurach bezeichnet wird, wurde zu einem beliebten Treffpunkt.

Nun verliert Herzogenaurach ein alteingesessenes Unternehmen. Die an warmen Tagen bevölkerten Tische am Brunnen sind verschwunden, und es entstand eine ungewohnte Lücke am Rande des Marktplatzes. Auch die Kunden und Stammgäste sind noch sichtlich geschockt, nicht wenige Menschen laufen jeden Tag auf das Geschäft zu und müssen lesen: "Vorübergehend geschlossen".

Kunden sind geschockt und ratlos

"Das ist seit mehr als 30 Jahren mein Laden", sagt zum Beispiel eine ältere Frau, "man hat sich gekannt und die Leute im Laden und im Café waren alle so freundlich, und jetzt muss ich neue Leute kennenlernen". Eine andere Kundin steht am Brunnen und meint: "Da geht ein riesiges Stück Herzogenauracher Tradition verloren." Auf die Frage, wie lange sie bereits bei Römmelt einkaufte, sagt sie: "Seit ich lebe, nämlich schon als Kind." Noch weiß sie nicht, bei welchem Bäcker sie in Zukunft ihre Brötchen holen wird.

Auf Nachfrage erklärt Michael Römmelt, Sohn von Klaus Römmelt: "Noch weiß die Familie nicht, wie und ob es weitergeht. Denn es gibt unendlich viele Dinge zu klären, bis eine Entscheidung getroffen wird." Gleichzeitig zeigt er aber auch Verständnis für die verunsicherten Kunden und Gäste. "Wir werden unverzüglich die Öffentlichkeit informieren, wenn wir wissen, wie und wann es weitergeht", versicherte er am Ende des Gespräches.