Draußen lachte der Himmel und den 600 Gläubigen in der Basilika Vierzehnheiligen gingen an Mariä Himmelfahrt die Herzen auf. Die eindrucksvolle Andacht zu Ehren der Muttergottes wurde mit Liedern und Weisen aus dem fränkischen Raum in einer besonderen Art zelebriert: schlichte Harmonien, einfache Tonfolgen und Texte, die aber in ihrer Bescheidenheit die Besucher besonders berührt.

Das große Marienfest in der Basilika wurde mit dem Pontifikalamt und der Kräutersegnung zum Hochfest "Mariä Aufnahme in den Himmel" am Vormittag eingeleitet. Robert Gießübel, langjähriger Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Fränkischen Volksmusik Regierungsbezirk Unterfranken, leitete das Mariensingen. Er verstand es wieder einmal, die einzelnen Gruppen zu einem harmonischen Ganzen zusammenzufügen. Der Wechsel zwischen Gesang und Instrumentalmusik belebte das Konzert. Die perlenden und sanften Klänge der Harfen kontrastierten zur kräftigen Blasmusik und den Naturtönen der Alphörner.

Der gemischte Chor, getragen von großer Freude und Lebendigkeit, ergänzte den frommen Dreigesang mit zum Teil alten Marienliedern. In ihren traditionellen Trachten erfreute das Oboen-Trio Auge und Ohr.

Robert Gießübel unterstrich, dass sich die "Freunde der Fränkischen Volksmusik" zur Aufgabe gemacht hätten, die vielen überlieferten Marienlieder, die auch teilweise aus den Gesangbüchern verschwunden sind, wieder neu erklingen zu lassen und so den kommenden Generationen weiterzugeben. Es sei spürbar, dass Marienandachten, Flurgänge und Wallfahrten in unserer Zeit wieder neu aufleben. "Sie sind erneut Einladung für alle Christen, diese melodienreichen, sinnerfüllten Lieder zur größeren Ehre Gottes und der Gottesmutter Maria zu hören und zu singen", sagte der Ehrenbürger von Grafenrheinfeld. Heute feiere die Kirche das "Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel" und trage, zu Ehren Mariens mit der Kräuterweihe, die Gaben der Natur in den Gottesdienst hinein. "Auch wir wollen der Gottesmutter einen Blumenstrauß, allerdings musikalischer Art, hier am Gnadenort Vierzehnheiligen bringen", betonte Robert Gießübel.

Mariä Himmelfahrt besage, dass sie die Erste von uns gewesen sei, die das ewige Heil erlangt habe. "Wir verehren sie als Vorbild und Fürsprecherin am Throne Gottes", sagte er. Deshalb sei sie für uns Christen die Wegbegleiterin durch unsere Zeit, in guten und in bösen Tagen. Die "Rafelder Brotzeitmusik" eröffnete das Konzert mit einer Madrigal der Renaissance und des Frühbarocks.