Das Leben in der Dorfgemeinschaft stellte Bürgermeister Manfred Deinlein in den Mittelpunkt des traditionellen Neujahrsempfangs. Unter diesem Aspekt hatte er die 18-Jährigen der Gemeinde eingeladen. Ziel des Bürgermeisters war es, dieser Altersgruppe nahezubringen, dass sie jetzt soziale Verantwortung übernehmen sollten, das bedeute nicht nur, in den sozialen Netzwerken unterwegs zu sein. Der Einsatz für die Gemeinschaft, ob im kulturellen oder Vereinsleben von Reckendorf, lohne sich, so Deinlein.
Der gleiche Appell ging auch an die frisch gebackenen Eltern des vergangenen Jahres. Der Bürgermeister meinte, dass es ein Leben jenseits von Windeln und Krabbelgruppe in der dörflichen Gemeinschaft gebe. In diesem Lebensabschnitt könne man seine Zeit im ehrenamtlichen oder kulturellen Bereich sinnvoll in die Zukunft des Dorfes investieren.
Mit den 65-Jährigen war eine weitere Altersgruppe der Einladung des Bürgermeisters gefolgt. "Das Ende des Arbeitslebens bedeute nicht das Ende der Welt", definierte Deinlein diesen Lebensabschnitt. Jetzt sei es wichtig, sich voller Power für das Dorf und seine Vereine einzusetzen. Mit der Vorstellung einiger örtlicher Vereine wurde ein vielfältiges Vereinsleben dokumentiert. So gab der gemischte Chor des Gesangvereins "Sängerlust" eine Kostprobe seines Könnens unter seinem Dirigenten Uwe Altenbach. Erster Vorsitzender Wolfgang Sippel stellte den 1950 als Männerchor gegründeten Verein vor. 1975 entschloss man sich, einen gemischten Chor ins Leben zu rufen. In der Gemeinde sei der Verein unter anderem bei Veranstaltungen und Gottesdiensten aktiv. Jeder, der Freude an der Musik und am Singen habe, sei herzlich willkommen, erklärte der Vorsitzende.
Im sozialen Bereich engagiert sich der Caritas-Verein für ambulante Krankenpflege. Durch ehrenamtliches Engagement arbeite der Verein selbstständig und finanziell unabhängig nach den Richtlinien der Caritas, erläuterte die Erste Vorsitzende Barbara Hoffmann. Ziel des Vereins sei es, dass pflegebedürftige Menschen selbstbestimmt in der gewohnten Umgebung leben könnten. Der Verein zähle zurzeit 171 Mitglieder und sei Träger der Sozialstation.


Traditionen bewahren

Ganz andere Möglichkeiten, sich aktiv einzubringen, bietet der Haßbergverein Reckendorf. Die Vorsitzende Margot Sohn erläuterte, dass der Verein die Liebe zur Heimat wecken und Traditionen bewahren wolle. Natur- und Umweltschutz seien den Mitgliedern wichtig. Einmal monatlich finde eine gemeinsame Wanderung statt. Der Verein betreue die Wanderwege und eine Unterstellhütte.
Dass die Gemeinde Reckendorf ebenfalls sehr aktiv ist, unterstrich der Bürgermeister mit einer Vorschau auf kommende Aufgaben. Dazu zählen die Bürgersteige in der Hauptstraße, die ungeeignet für Rollatoren und Kinderwagen sind. Hier müsse erst die Ortsumgehung beim Bundesverkehrswegplan in den vordringlichen Bedarf plus kommen, so Deinlein. Im alten Kindergarten sollen unbegleitete jugendliche Flüchtlinge untergebracht werden. In diesem Zusammenhang lobte er den örtlichen Flüchtlingshilfekreis, der sich für die jetzt schon in Reckendorf untergebrachten Flüchtlinge einsetzt. "Für das neue Baugebiet am Geracher Weg gibt es bei 30 Bauplätzen schon 20 interessierte Bauwillige. Das beweist, dass es sich lohnt, in Reckendorf zu leben", betonte Deinlein. Er erwähnte auch die weitere Sanierung der Seitenbachstraße und des Bahnhofsgebäudes und die Übernahme der Kläranlage im Eigenbetrieb. Außerdem soll in der Schule der Werkraum saniert und die Elektrotechnik erneuert werden.
Anerkennende Worte gab es für das Reckendorfer "Kärtla", das sich zum Renner entwickelt habe. Deshalb waren alle beteiligten Gewerbetreibenden zum Neujahrsempfang eingeladen.


Wichtiger Arbeitgeber im Ort

Ein besonders wichtiger Betrieb in der Gemeinde, der den Namen Reckendorf deutschlandweit und im Ausland bekannt gemacht hat, ist die Schreinerei Müller. Mit Wilhelm Müller, dem Firmeninhaber, und seiner Ehefrau Inge ehrte der Bürgermeister einen wichtigen Arbeitgeber des Ortes. "Nach dem Brand, als das Lebenswerk der Familie in Flammen aufging, war es lange Zeit nicht sicher, ob der Betrieb wieder aufgebaut würde." Er sei sehr dankbar, dass der Standort in Reckendorf bleibe, betonte Deinlein.
Ausgezeichnet wurde ebenfalls Michael Wicklein. Der Bürgermeister bezeichnete ihn als Meister seines Fachs. Der junge Organist versteht es, an der Königin der Instrumente alle Register zum Klingen zu bringen. Renate Neubecker