Die Freigabe der Brücke zwischen Hauptendorf und Herzogenaurach über den Schleifmühlbach bezeichnete Bürgermeister German Hacker (SPD) als "Punktlandung", denn der Fuß- und Radweg sollte bis zum ersten Schultag wieder befahrbar sein, und am letzten Ferientag wurde am späten Vormittag das rot-weiße Band durchschnitten. Auch der Kostenrahmen in Höhe von 353 000 Euro wurde eingehalten.

In den vergangenen Jahren wurde bei den regelmäßigen Brückenprüfungen immer wieder eine Verschlechterung der Traglasten für die Befahrung des alten Bauwerks festgestellt, weshalb die Brücke nur noch für Radfahrer und Fußgänger offengehalten werden konnte. Ein motorisierter Verkehr für eine landwirtschaftliche Nutzung war aufgrund der notwendigen Gewichtsbeschränkung auf 500 Kilogramm allerdings nicht mehr möglich.

Die Wegeführung in diesem Bereich wurde begradigt und der Bewuchs an den Rändern zurückgeschnitten. Mit den Arbeiten wurde am 4. Juni begonnen. Wie der Bürgermeister erläuterte, war zunächst eine andere Variante der Brücke geplant, aber der Stadtrat habe sich umentschieden und auch aufgrund des geplanten Radschnellweges für die jetzige Variante entschieden.

Vier Meter breite Fahrbahn

Die Stahlbetonbrücke ruht auf einer Bohrpfahlgründung mit sechs Bohrpfählen im Durchmesser von 80 Zentimetern und einer Tiefe von elf Metern, die Fahrbahnbreite beträgt vier Meter. Wegen der benachbarten landwirtschaftlichen Flächen wäre es mit einem Holzsteg oder einer schwächeren Brücke nicht getan gewesen. Bei der Freigabe betonten der Bauleiter der Firma Diersch-Bau aus Pegnitz und Bauleiter Wolfgang Hahn vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Erlangen, dass die Zusammenarbeit mit den zuständigen Ämtern der Stadt hervorragend gewesen sei und bei kleineren Probleme sofort Abhilfe geschaffen wurde. "Eine Baumaßnahme in dieser Größe stellt immer einen massiven Eingriff in die Natur dar, aber sie wird sich diese wieder zurückerobern", erklärte Hacker. Dabei erinnerte er an den renaturierten Bachlauf in Haundorf, der wieder wunderbar bewachsen sei und von zahlreichen Tieren in Beschlag genommen wurde.

Der Bürgermeister wies nochmal auf den wichtigen Baustein für den geplanten Radschnellweg hin. Die Stadt werde versuchen, dazu auch Fördermittel vom Freistaat Bayern zu bekommen. Eine Beleuchtung des Weges wird es vorerst aber nicht geben, denn der Weg führt teils durch ein sehr sensibles Gebiet mit Rückzugsräumen zahlreicher Vögel und Insekten. Rund 11,5 Kilometer lang soll der Radschnellweg einmal werden, der von Herzogenaurach ab dem Osttor von Schaeffler in die Erlanger Innenstadt führt.