Im Mittelpunkt der jüngsten Gemeinderatssitzung stand die Vorstellung der Feuerwehrbedarfsplanung. Hier bereite nach Ansicht von Kreisbrandrat Timm Vogler die Kommune Redwitz kein Kopfzerbrechen, da der jetzige Gemeinderat und deren Vorgänger ihre "Hausaufgaben" ordentlich gemacht hätten. Ein Problem jedoch sei die Personalsituation während des Tages.
Vogler informierte, dass im Redwitzer Feuerwehrgerätehaus eine Absauganlage mittelfristig nachzurüsten sei. Für den Schlauchturm im alten Feuerwehrgerätehaus Redwitz sei ein Sachverständiger hinzuzuziehen, der diesen auf seine Funktionstauglichkeit hin prüfe. Notfalls sei der Turm zu sperren oder zu sanieren. Das Gleiche treffe auf die Schlauchtürme in Mannsgereuth und Unterlangenstadt zu. Der Schlauchmast in Trainau sei stillzulegen und über eine Alternative müsse nachgedacht werden. Er schlug eine zentrale Schlauchtrocknungsanlage in Redwitz vor.


Es fehlen zwölf Einsatzkräfte

Als ein großes Problem erkannte der Kreisbrandrat die Personalsituation bei der Feuerwehr. So zeige die Übersicht, dass während des Tages bei der FFW Redwitz anstatt der benötigten 18 Funktionen lediglich sechs Funktionen besetzt werden könnten. Somit fehlten zwölf Kräfte und es könne festgestellt werden, dass nicht einmal annähernd eine Löschgruppe unter realistischen Gesichtspunkten zum Einsatz kommen könne. Am Tag stünden mindestens je zwei Gruppenführer, Maschinisten und Atemschutzgeräteträger zur Verfügung. Weiter zeige die Übersicht, dass während des Tages bei allen Ortsfeuerwehren anstatt der benötigten neun Funktionen lediglich vier bis sechs Funktionen besetzt werden können. Damit könne dauerhaft keine sichere Einsatzbereitschaft der Ortsfeuerwehren gewährleistet werden. Die Personalverfügbarkeit in den Feuerwehren von Redwitz stufte der KBR als unzureichend ein.
In Zukunft werde sich die heute schon äußerst prekäre Situation aufgrund des demografischen Wandels und der Zunahme der Mobilität der erwerbstätigen Einwohner einhergehend mit der "Ehrenamtsmüdigkeit" noch verschärfen. Um die Situation in Zukunft meistern zu können, würden Alarmierungseinheiten von 6 bis 17 Uhr gebildet. Die Alarmierungseinheit 1 bestehe aus den Feuerwehren Redwitz, Unterlangenstadt und später noch Obristfeld, die Alarmierungseinheit 2 aus den Feuerwehren Trainau, Mannsgereuth und Marktgraitz. Sollte die Kreisbrandinspektion Coburg ihre Zustimmung erteilen, komme zu dieser Alarmierungseinheit noch die Feuerwehr Trübenbach hinzu. Diese Feuerwehren würden im Schadensfall gemeinsam und gleichzeitig alarmiert. Die Feuerwehren blieben als Rettungsorganisation und Feuerwehr-Verein weiterhin erhalten. Insgesamt sah Vogler im Zusammenwachsen der Feuerwehren die Zukunft. Der Gemeinderat stimmte der Bedarfsplanung zu.
Bau-Ingenieur Joachim Stefan stellte den Bauantrag der Gemeinde für den Neubau eines Stellplatzes für die Freiwillige Feuerwehr Unterlangenstadt vor. So soll ein Anbau an das bestehende Feuerwehrgebäude unter Ausnutzung der vorhandenen Infrastruktur entstehen, geplant als Flachdachkonstruktion in Massivbauweise. Verbunden werde die neue Halle mit Durchgängen. Duschen würden installiert. Der Stellplatzanbau und die daraus resultierenden Umbaumaßnahmen seien mit allen daran Beteiligten abgestimmt. Die Größe des neuen Stellplatzes sei für die Anschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeugs mit Wasser ausgelegt. Die Kosten für die Baumaßnahme werden auf 120 000 Euro geschätzt, wobei die Eigenleistung der Feuerwehr Unterlangenstadt noch abzuziehen wäre. Die in Aussicht gestellten Zuschüsse für die Baumaßnahme betragen rund 29 000 Euro von der Regierung von Oberfranken und 5000 Euro vom Landkreis Lichtenfels. Es sei geplant, die bauliche Maßnahme im laufenden Jahr durchzuführen. Der Kinderspielplatz werde im Einvernehmen aller auf den Bolzplatz verlegt. Ein Nachbar übernehme ein Stück Abstandsfläche, um den Anbau baurechtlich zu ermöglichen. Das Gremium erteilte das Einvernehmen.
Zustimmung erhielt der Bauantrag von Johnson Matthey Catalysts, Redwitz, auf den Abbruch von fünf Silos bei Gebäude 32. Beim Raumordnungsverfahren für das Vorhaben "Ostbayernring - Ersatzneubau 380-kV-Stromleitung Redwitz- Schwandorf" erhebt die Gemeinde Einwendungen.


Scheibchenweise neue Trassen

So sei es unerträglich, dass scheibchenweise Trassen erneuert oder neu errichtet würden oder errichtet werden sollen, die die Gemeinde und das Umspannwerk Redwitz betreffen. Die Netzbetreiber werden aufgefordert, ein Gesamtkonzept für das Umspannwerk Redwitz vorzulegen. Zu bebauten Bereichen seien Mindestabstände einzuhalten. Weiter bestehen gegen die Netzverstärkung gesundheitliche Bedenken. Die Gemeinde befürchte, dass die Bündelung von Stromleitungen und die Erhöhung der Leistungsaufnahme eine massive Beeinträchtigung der Gesundheit ihrer Bürger durch elektromagnetische Felder zur Folge habe. Nach einer Studie der Uni-Klinik Aachen sei eine Zunahme von Erkrankungen nicht auszuschließen.
Der Gemeinderat beschloss die weitere Vorgehensweise für den Neubau einer Zweifachturnhalle. Vorausgegangen war ein Antrag der SPD-Fraktion und Fraktion der Freien Wähler auf Erstellung eines Planungskonzeptes. Folglich findet am Samstag, 30. Januar, um 10 Uhr eine Gemeinderatssitzung mit einer Ortsbesichtigung statt. Ziel dieser Sitzung ist das Finden einer geeigneten Lage für die Errichtung der neuen Zweifach-Turnhalle nahe der Schule sowie eines Gesamtkonzepts für die gemeindlichen Sportanlagen.