Wenn in der Fränkischen Schweiz ein fiktiver Mord geschieht, lässt Autor Johannes Wilkes seinen erdachten Kriminalkommissar Mütze aus Erlangen den selbigen aufklären. In seinem neuesten Kriminalroman "Der Fall Fontane", der im Gmeiner-Verlag erschienen ist, sind Mütze und sein Lebensgefährte Karl-Dieter im Urlaub in der Mark Brandenburg unterwegs.

Mit X-Trail-Rad und E-Bike sind die beiden auf den Spuren des deutschen Schriftstellers Theodor Fontane. Und so kommen sie auch nach Ribbeck und besuchen den Baum aus Fontanes Werk "Unterm Birnbaum". Hier finden sie ein bellendes Hündchen und einen Mann, dessen Kopf mit einer Axt geteilt worden ist.

Wölfe werden getötet

Karl-Dieter möchte weiter Urlaub machen, doch Mütze reizt es, den Mord aufzuklären. Allerdings sind hier andere Kollegen zuständig. Parallel werden noch Wölfe getötet, denen der Kopf abgehackt wird. Als die Brandenburger Kollegen einen Verdächtigen vernehmen wollen, gibt es einen Unfall und Mütze darf einspringen. Während Karl-Dieter "Fontane-Städte" besucht, Fontane-Gedichte rezitiert und auf einen Fontane mit Persönlichkeitsstörung und seinen Schatten trifft, stößt er immer wieder auf Hinweise, die Kommissar Mütze bei seiner Suche nach dem Täter weiterhelfen. Der dagegen ist mit einem geliehenen Moskwitsch (russisches Auto) unterwegs, verhört Ehefrau, Geliebten oder Tierpräparator und lauert dem Abholer eines Wolfskopfes auf. Am Ende rettet Mütze das Hundchen, seinen Lebensgefährten und nimmt den Mörder fest.

Wie der aus dem Fernsehen bekannte Inspektor Columbo hat auch Hauptkommissar Mütze keinen Vornamen. Sein Charakter ist auch in diesem Buch eher prollig angelegt, während sein nachnamenloser Lebensgefährte Karl-Dieter am Theater in Erlangen arbeitet und feinsinnig ist.

Überraschende Wendungen

Autor Johannes Wilkes hat zahlreiche Radwanderungen durch die Mark Brandenburg unternommen, so dass er die Reise und die Orte detailliert beschreiben kann. Dieser Literaturkrimi ist spannend mit überraschenden Wendungen. Aber der Leser erfährt auch viel über Theodor Fontane, seine Werke und seine Biografie. Diese Informationen sind leicht und unauffällig in den Krimi eingebunden. Wilkes schreibt mit feinem, eher englischem Humor. Der Charakter des Karl-Dieter ist tiefgründig und bringt den Leser zum Nachdenken, auch über sich selbst. Zum Beispiel zitiert er Fontane mit: "Man muss die Musik des Lebens hören. Die meisten hören die Dissonanzen." Oder dass man seine Heimat verlieren kann, wenn man von der Familie nicht anerkannt wird. Dem gegenüber steht der prollige Mütze, der unbedingt seiner "Berufung" nachgehen und den Mordfall lösen muss. Die beiden Charaktere ergänzen sich gut und sorgen für Spannung und Spaß beim Lesen.