Der Landesverband für Gartenbau und Landespflege e. V. hat ein Jubiläum: 125 Jahre alt ist er geworden, seine ursprüngliche Bezeichnung 1894 war "Bayerischer Landesverband für Obst- und Gartenbau". Mittlerweile ist er der größte Verband der Obst- und Gartenbauvereine in Deutschland.

Silberlinde aus dem Balkan

Sein zentrales Thema ist es, den Menschen die vielfältigen Wohlfahrtswirkungen der Gärten und der Landesverschönerung zugänglich zu machen. Bayernweit finden derzeit viele Pflanzaktionen statt. Eine davon heißt Brabant. Das ist die Silberlinde (Tilia tomentosa) aus dem Balkan, die dem immer heißer und trockener werdenden Klima in Deutschand Paroli bieten soll und es auch kann. Alle 77 Kreisverbände in Bayern erhalten ein Exemplar dieses Baumes - im Landkreis Lichtenfels wurde die Marktgemeinde Ebensfeld ausgewählt.

Aufgrund ihrer hohen Hitze- und Trockenstress-Toleranz gilt die Silberlinde als besonders geeignet für die sich ändernden Klimabedingungen, sie gilt als "Zukunftsbaum". Kreisfachberater Michael Stromer weiß Details: Brabant wird 20 bis 30 Meter hoch, und an der Krone zwölf bis 20 Meter breit. Die Blätter sind lindentypisch herzförmig, die Blattunterseite weiß-filzig. Damit kann sie gut die Sonnenstrahlen reflektieren. Blühzeit ist von Juni bis August, die durchwegs gelblichen Blüten sind eine wahre Bienenweide. Die Nussfrüchte sind eher dickwandig, ihre Oberfläche grau-filzig.

In der Jugend wächst der Baum kegelförmig, im Alter breit-oval. Er versorgt sich über seine tiefe Pfahlwurzel und über kräftige Seitenwurzeln gleichermaßen. Das macht ihn zudem äußerst sturmfest. Die Silber-linde ist ein absoluter Lichtbaum, Schatten verträgt sie nicht gut.

Somit ist der neuer Standort perfekt gewählt. In praller Sonne im Zufahrts- und Eingangsbereich der neuen Kindertagesstätte Haus "Mainzwerge" steht also seit kurzem eine rund fünf Jahre alte Silberlinde. Sie stammt aus einer Bamberger Baumschule und wurde auf einem relativ großen Erdbereich eingepflanzt.

Perfekter Pflanzplatz

"Hier haben die Wurzeln genug Platz, hier kann sie sich richtig einwurzeln", freute sich Michael Stromer bei der offiziellen Übergabe. "Es muss ja nicht alles beim Landratsamt oder bei der Umweltstation gepflanzt werden", sagte Stromer, und nicht nur Landrat Christian Meißner und Bürgermeister Bernhard Storath gaben ihm da recht. Harald Klier, Kindergartenbeauftragter von der Kirchenstiftung, sieht das auch so: es sei eine Investition in die Zukunft und wo sei mehr Zukunft als bei Kindern? Monika Schütz