Die Förster schlagen Alarm, denn die Borkenkäfer gefährden die Wälder und deshalb werden auch die staatlichen Hilfen ausgeweitet. Viele Waldbesitzer aus dem Bereich der Marktgemeinde Ludwigschorgast folgten daher der Einladung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Kulmbach sowie der Waldbesitzervereinigung Kulmbach-Stadtsteinach und nahmen am Waldspaziergang zum Thema Borkenkäfer teil.

Ludwigschorgast war in den vergangen Jahren immer ein absoluter Borkenkäferbrennpunkt im Landkreis und deshalb traf man sich im Gemeindewald "Am Pressecklein". Mit dabei Forstdirektor Michael Schmidt vom AELF, Forstbeamtin Anja Mörtlbauer, die Vorsitzende der Waldbauernvereinigung, Carmen Hombach, und Bürgermeisterin Doris Leithner-Bisani.

Mörtlbauer machte deutlich, dass das Thema allen unter den Nägeln brennt: "Jeder, der hier allein die Bundesstraße entlangfährt, sieht und weiß, was los ist." Was man konkret dagegen unternehmen kann, wurde dann im Ludwigschorgaster Gemeindewald in Augenschein genommen. Schmidt sprach von ganz schwierigen Zeiten für alle Waldbesitzer, denn die Schäden entlang der "Fränkischen Linie" sind gravierend: Überall sei es rot und es gäbe bei weitem keine Entwarnung. Die kühlen Temperaturen im Mai hätten den Schwärmflug des Buchdruckers und Kupferstechers nur kurzfristig zum Erliegen gebracht. "Unsere Monitoringergebnisse zeigen, dass wir ein massives Borkenkäferproblem haben. Daran ändern auch die Niederschläge und die kühlen Nachttemperaturen überhaupt nichts", so Schmidt.

Im Gemeindewald konnten die Waldbesitzer sämtliche Facetten des Borkenkäfers betrachten. Auch für Carmen Hombach ist die Situation mittlerweile im gesamten Landkreis dramatisch. Hinzu kommt, dass der Holzmarkt am Boden liegt und sich das Schadholz nur noch sehr schwer vermarkten lässt. "Aber wir müssen zum Schutz des Waldes trotzdem die befallenen Fichten schnellstmöglich entfernen. Sonst wird der Schaden immer größer und die finanziellen Verluste nehmen noch zu", so Mörtlbauer.

Schuld trägt der letzte Sommer

Schuld an der aktuellen Plage war der letzte Sommer, der extrem trocken und warm war. Dies half vor allem den Borkenkäfern, die drei komplette Generationen "durchbringen" konnten. Zum anderen haben viele Bäume die Trockenheit des letzten Jahres noch nicht überwunden. In Kombination sind dies denkbar ungünstige Vorzeichen.

Wie Carmen Hombach zu verstehen gab, sind nicht die vielen roten Bäume, die man überall sieht, das Problem: "Das Problem sind die grünen Fichten, in die sich der Käfer gerade einbohrt. Geschützt unter der Rinde legt er seine Brut ab, welche die gesunden Bäume zum Absterben bringt. Diese Bäume werden erst im Spätsommer rot."

Vor dem Hintergrund der angespannten Borkenkäfersituation werden die Hilfen für die Waldbesitzer ab sofort ausgeweitet. Insbesondere die Förderung, die die Beseitigung von bruttauglichem Material (zum Beispiel Häckseln der Kronen) und das Verbringen von Stammholz aus dem Wald zum Ziel haben, wird nun vom AELF aufgestockt. Zudem wird die Waldbauernvereinigung unterstützt, um den organisatorischen Mehraufwand schultern zu können. Die aktuelle Borkenkäfersituation kann jederzeit im Internet unter borkenkaefer.org abgerufen werden. In der Bayernkarte sind die Landkreise Kulmbach und Kronach tiefrot eingefärbt und damit wurde die höchste Warnstufe bereits erreicht.