F ast ausnahmslos hat Oliver Beck die Fußballschuhe für die SG DJK Burghausen/Windheim geschnürt. Mittlerweile führt "Böller" die Spielgemeinschaft, zu der Reichenbach II dazu gekommen ist, als Kapitän aufs Feld. Im Interview spricht der 31-jährige, verheiratete Industriemechaniker unter anderem über die aktuelle Saison, die Wichtigkeit von Kameradschaft beim Fußball und sein Faible für Borussia Dortmund. Ihr seid nach drei Spieltagen in der A-Klasse 2 noch punktlos zusammen mit Nüdlingen am Tabellenende. Warum läuft es bisher noch nicht? Oliver Beck: Wir müssen uns noch finden. Markus Weisenseel ist in die erste Mannschaft hochgerückt. Andreas Schmitt hat seine Karriere beendet und dann sind noch die beiden schmerzhaften Verluste von Steffen Nöth, der nur noch bei Not am Mann aushilft, sowie des zurzeit verletzten Moritz Dieterle zu verkraften.

Am Sonntag geht es nach Sulzfeld/Merkershausen, die mit zwei Siegen aus zwei Spielen perfekt gestartet sind. Rechnet ihr euch dennoch etwas aus? Es gilt, mit dem Willen zu punkten in die Partie zu gehen, um dort was zu erben. Mit der richtigen Einstellung, Kampf und ein bisschen Glück hoffe ich, dass wir dort einen Zähler mitnehmen können. Auf Daniel Hein folgte auf dem Trainerposten in dieser Saison mit Egon Greubel ein Reichenbacher Urgestein. Wie würdest du ihn charakterisieren? Erfahrener Hase, immer gut gelaunt und auch mal für den einen oder anderen Spaß zu haben.

Du bist Windheimer. Die DJK ist seit ein paar Jahren in einer Spielgemeinschaft mit Burghausen. Vor der letzten Runde kam es zum Zusammenschluss mit dem FC Reichenbach. Wie kam es dazu und wie läuft es? Dadurch, dass es in Burghausen und Windheim immer weniger Fußballer gibt, hätten wir das ohne Reichenbach nicht mehr stemmen können. Die Zusammenarbeit läuft super; der Zusammenhalt von erster und zweiter Mannschaft ist überragend und ohne die Unterstützung der Ersten würde das auch nicht funktionieren. Dafür sind wir einfach zu dünn besetzt. Wie sind eure Ziele für diese Saison? Ganz klar der Klassenerhalt. Das wird aber sehr schwer. Wir hatten letzte Runde schon eine starke A-Klasse, in der wir knapp den Ligaverbleib schaffen konnten. Und ich finde in dieser Saison ist diese Liga eher noch stärker als schwächer geworden.

Was macht das Windheimer Fußball-Leben aus? Hat sich der Fußball beziehungsweise alles, was dazu gehört, im Laufe der Jahre verändert? Die Gemeinschaft und der Zusammenhalt. Erste und zweite Mannschaft trainieren gemeinsam und so alte Hasen wie zum Beispiel Manuel Fuchs helfen immer noch aus. Die Fußballer sind auf und neben dem Platz Kumpels. In Windheim ist die Vorstandschaft ja komplett im Spielbetrieb mit integriert und unser Platzwart schnürt mittlerweile selbst auch wieder die Kick-Stiefel. Zudem werden tolle Feste ausgerichtet wie zum Beispiel das 1.-Mai-Fest oder das Vatertags-Fest. Hier hilft jeder jedem. Leider ist es auch bei uns so, dass immer weniger junge Leute für den Fußball zu begeistern sind. Wir sind ein kleines Dorf mit etwas über 300 Einwohnern, da ist es umso schwerer.

Wenn du am Wochenende Zeit hast, für welches Spiel welcher Mannschaft würdest du dich interessieren und warum? Da würde ich zu den "Schnüdeln" fahren. Die Regionalliga ist interessant und Schweinfurt ist ja gleich nebenan.

Du bist eingefleischter BVB-Fan. Woraus ist diese Leidenschaft entstanden? Können die Dortmunder die Bayern wieder mal ärgern? Das kam damals durch die Meisterschaft 1994/95 und durch zwei Kumpels. Bayern-Fan war ja irgendwie jeder. Ich hoffe doch, dass der BVB die Bayern wieder mal schlagen kann. Ich würde mir aber grundsätzlich wieder mal eine spannende Bundesliga-Saison bis zum Ende wünschen.

Wie bewertest du das Abschneiden der Nationalmannschaft? Was waren die Gründe für das Scheitern? Es war irgendwie willen- und ideenlos. Man hätte vielleicht einen jungen schnellen Stürmer wie Leroy Sané mitnehmen können. Der hätte vielleicht unbekümmert aufgespielt und für Überraschungsmomente gesorgt.

Was hat es mit dem Ort auf sich, den du fürs Foto vorgeschlagen hast? Wir sind hier auf dem Spielplatz in Windheim. Das war früher der Treffpunkt fast aller Kids in Winne (Windheim d.R.). Wir waren eigentlich jeden Tag dort und haben gekickt. Damals gab es ja noch nicht so die Zocker vorm Computer oder der Spielekonsole, wie es heutzutage leider ist. Das Gespräch führte

Stephan Penquitt