Das Thema Artenvielfalt bleibt in Sollenberg aktuell. Im Rahmen der Dorferneuerung wurden der zentrale Platz und Randbereiche der Ortsstraße von Asphalt befreit und 2014 Blühflächen angelegt. Teile der Dorfgemeinschaft pflegen die Beete. Trotz der vielen ehrenamtlichen Stunden gab es durch den trockenen Sommer des vergangenen Jahres Bereiche mit Lücken im Blühteppich. Dies erforderte jetzt ein Nachpflanzen.

Der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft hatte die Idee, Kinder beim Pflanzen einzubinden. Die Pflanzstandorte wurden von Günther Eichler, örtlicher Beauftragter der Dorferneuerung Sollenberg, vorbereitet und mit Nummern versehen, so dass die Kinder ihre nummerierten Pflanzen eigenständig - mit kleiner Unterstützung der Erwachsenen - an die richtige Stelle setzen konnten.

Es ist nicht immer leicht, ausreichend Freiwillige für die Pflege der Grünflächen zu finden. Günther Eichler fühlte sich mit seinen wenigen Mitstreitern im letzten Sommer beim vielen Gießen manchmal überfordert. Über die große Resonanz durch die Kinder und Erwachsenen war er daher überrascht. "Ich bin an dem Tag mit den Kindern so glücklich gewesen", strahlte er. Es nahmen 18 Kinder und zehn Erwachsene teil. Die Kinder waren am Ende kaum zu bremsen. Daher pflanzten sie noch am "Dreieck", wo eigentlich die Erwachsenen die Arbeiten übernehmen sollten. Dass die Pflanzen Nährstoffe brauchen, erfuhren die Nachwuchsgärtner auch gleich. Zum Einsatz kam organischer Naturdünger.

Insgesamt 118 Pflanzen wurden in die Erde gebracht. Eichler hatte die Blumen und Stauden im Vorfeld sehr überlegt ausgewählt. Er kennt sich als eines der aktivsten Mitglieder im Landesbund für Vogelschutz auch mit Pflanzen gut aus. Aktuell engagiert er sich auf Landkreisebene mit den zuständigen Behördenvertretern und Landrat Hermann Ulm (CSU) für mehr Blühwiesen.

Zum Erfahrungsaustausch kontaktierte er den Imker Oliver Fischer. Mit ihm zusammen hatte er die Sortenauswahl verfeinert und auf nahrungssuchende Insekten abgestimmt. Gepflanzt wurden unter anderem Katzenminze, Bartblume, Blauraute, Witwen- und Bartblume. Die Pflanzen stammen aus der Baumschule Schmidtlein in Effeltrich. "Ich glaube, wir haben noch selten so viel Freude, Glück und Zufriedenheit geerntet wie mit der Bereitstellung des Geldes für die Pflanzen in Sollenberg", meinte Projektleiter Michael Ullwer vom Amt für Ländliche Entwicklung.

Auch der Gräfenberger Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD) war angetan: "Die Dorferneuerung Lilling-Sollenberg hat die Lebensqualität in den Dörfern sehr erhöht. Richtig bewusst wird mir das, wenn ich mir das Bild des früher asphaltierten Platzes mit den Glascontainern in Sollenberg in Erinnerung rufe."

"Wenn die Fördervoraussetzungen erfüllt sind, kann es durch unser Amt auch eine finanzielle Unterstützung für eine Entsiegelung und Hofraumneugestaltung geben. Dazu stellen wir eine kostenlose fachliche Beratung zur Verfügung", ergänzte Ullwer. Wer im privaten Garten keinen Platz mehr hat für neue Pflanzen, für den gibt es im Rahmen der Dorferneuerung noch eine weitere Chance: Auf der Lillinger Höhe wurde der Bushaltebereich neu gestaltet. Die Bepflanzung kann wieder durch die Dorfbewohner erfolgen. red