Dominic Buckreus Die Kreisklasse 4 wartete am vergangenen Spieltag mit einigen Überraschungen auf. Einige Teams, die ganz oben in der Tabelle um den Aufstieg kämpfen, ließen Punkte liegen. Allen voran der TSV Neukenroth, der nach dem 1:4 beim TSV Wilhelmsthal seine Tabellenführung einbüßte. Die hat nun wieder der TSV Steinberg inne, der beim SV Gifting jedoch nicht über ein torloses Remis hinauskam. Auch die SG Rothenkirchen musste beim SCR Steinbach am Wald eine herbe 0:3-Niederlage einstecken und empfängt am Sonntag den SV Steinwiesen zum Topspiel.

Im Tabellenkeller hat der SV Reitsch mit dem 2:0 bei der SG Kleintettau II/Buchbach drei wichtige Zähler eingefahren und kann sich am Sonntag mit einem Sieg gegen den Tabellenvorletzten FC Burggrub viel Luft auf die direkten Abstiegsplätze verschaffen. Vielleicht können die Reitscher auch die Abstiegsränge ganz verlassen, denn der Tabellen-13. TSV Windheim hat mit dem TSV Steinberg eine schwere Heimaufgabe zu lösen.

Eine ähnlich schwere Hürde hat auch der TSV Gundelsdorf vor der Brust, denn am Sonntag gastiert der FC Hirschfeld beim Neuntplatzierten. Dieser hat sich im sicheren Mittelfeld der Kreisklasse 4 eingenistet. Ein fester Bestandteil des Vereins ist seit zehn Jahren Kapitän Christian Weich. Der Glosberger, der heute zusammen mit seiner Frau in Gehülz wohnt, hat seine gesamte Herren-Laufbahn beim TSV verbracht und ist mit ihm in der Saison 2010/11 ohne Punktverlust von der A-Klasse in die Kreisklasse aufgestiegen. Ein anderer Verein kam für den 28-jährigen Softwareentwickler nie infrage: "Teilweise spiele ich heute noch mit den Spielern aus unserer damaligen F-Jugend zusammen. Diese gute Kameradschaft stand bei mir immer im Vordergrund." Für den Fränkischen Tag blickt er auf das Derby in der Gundelsdorfer Nachbarschaft und das Duell mit den starken Hirschfeldern. Herr Weich, in der vergangenen Woche hat Tobias Förtsch vom SV Gifting in unserer Kreisklassen-Vorschau gesagt, dass der TSV Gundelsdorf unberechenbar sei. Stimmen Sie dem zu? Christian Weich: Wenn man sich unsere Ergebnisse in dieser Saison anschaut, dann könnte man der Aussage zustimmen. Gerade gegen die Mannschaften aus dem oberen Tabellenbereich haben wir meist gute Leistungen gezeigt, das Spiel gegen Gifting ausgenommen. Leider haben wir gegen vermeintlich schwächere Gegner zu viele Punkte liegen gelassen. Was müsste sich in Ihrer Mannschaft verbessern, damit der Blick weiter nach oben gehen könnte? Ich denke, wir sollten zunächst den Blick auf den sicheren Klassenerhalt richten. Dann können wir auf die nächste Saison blicken. Die Stimmung und die Kameradschaft in unserer Truppe sind super. Natürlich kann sich jeder noch individuell verbessern und an sich arbeiten. Wie sehen Sie Ihren nächsten Gegner, den FC Hirschfeld? Hirschfeld hatte zuletzt einen super Lauf, bis auf das Spiel in Neukenroth (Endergebnis: 0:1, Anm. d. Red.). Sie haben sich seit der letzten Saison gut verstärkt, etwa mit den zwei Yürük-Brüdern, die viel Erfahrung mitgebracht haben. Sie haben eine gute Offensive und in den letzten Spielen viele Tore geschossen. Dass etwas für uns drin ist, haben wir im Hinspiel gezeigt beim 0:0. Wir sind also nicht chancenlos und da es unser letztes Heimspiel ist in diesem Jahr, werden wir alles reinwerfen. Was ist für Sie das interessanteste Spiel am Wochenende? Rothenkirchen/Pressig gegen Steinwiesen ist natürlich das Topspiel. Die Rothenkirchener wollen den Anschluss nicht verlieren und Steinwiesen will einen direkten Konkurrenten auf Distanz halten. Das wird ein kampfbetontes Spiel und die fußballerische Note wird auch nicht zu kurz kommen. Aus Nachbarschafts-Sicht ist auch das Derby zwischen Reitsch und Burggrub im Tabellenkeller interessant. Da sehe ich Reitsch vorne und sie werden den Abstand auf Burggrub noch weiter vergrößern können. Welcher Spieler oder welches Team hat Sie in dieser Saison besonders überrascht? Einen Spieler herauszupicken ist schwierig. In der Liga spielen einige junge Talente, die richtig gut kicken können, bei denen aber natürlich noch ein bisschen die Erfahrung und manchmal die nötige Ruhe fehlt. Dazu sind viele alte Hasen dabei, die jeder kennt. Ich glaube, jede Mannschaft hat den einen oder anderen dabei, der herausragt. Wilhelmsthal schlägt sich überraschend gut. Da spielt sicher die Aufstiegseuphorie noch mit rein. Und Hirschfeld mischt die Liga auf. Dass sie eine gute Saison spielen werden, war zu erwarten, aber nicht, dass sie sich so weit oben festsetzen.