Auf bewegte 70 Jahre konnten die Mitglieder des SC Trossenfurt-Trtetzendorf am Samstag beim Festkommers des Vereins zurückblicken. Die gesamte Zeit erlebte und gestaltete Eduard Bühl, der als Gründungsmitglied geehrt wurde. Oskar Bühl ist das zweite noch lebende Gründungsmitglied; er konnte aber an der Feier nicht teilnehmen. Seit über 50 Jahren ist Georg Tempert außerordentlich aktiv im Verein - vom Jugendfußballer über verschiedene Vorstands- und Trainerfunktionen bis zum Platzwart übernahm er Verantwortung und deshalb wurde er am Samstag zum Ehrenmitglied ernannt.

Neues Ehrenmitglied

Vorsitzender Reinhold Sußmann würdigte die Verdienste von Georg Tempert, der sich lange auch als Jugendbetreuer um den Nachwuchs kümmerte. Er sei ein durchaus kritischer Geist, der aber nicht nur bereitstehe, wenn er gerufen wird, sondern oft schon angepackt hat, bevor jemand etwas gesagt habe. Damit sei er ein besonderes Vorbild, einer von denen, denen es vielleicht zu verdanken ist, dass sich die Jugend im SC Trossenfurt-Tretzendorf so prächtig entwickle und Verantwortung in der Vorstandschaft übernehme. So ein hervorragendes Team um sich zu wissen, erleichtere die Arbeit als Vorsitzender ungemein, freute sich Sußmann.

Robert Stöcklein blickte in die Geschichte. 35 junge Trossenfurter und Tretzendorfer gründeten den Sportclub, statt die ruhende SpVgg wiederaufleben zu lassen. 1952 war der alte Sportplatz am Käppela fertig und der reguläre Spielbetrieb konnte beginnen; vorher fanden nur Freundschaftsspiele statt. Lange Jahre dauerten die Planung und die Realisierung eines neuen Spielfeldes, das 1986 neben dem Oberaurach-Zentrum in Trossenfurt in Betrieb genommen werden konnte.

Bis in die Bezirksliga

Ein Fest mit der gesamten Bevölkerung war der erste Aufstieg in die B-Klasse 1963. Doch zunächst ging es wieder in die C-Klasse, bevor dank großartiger Jugendarbeit die starken 70er Jahre des Vereins begannen. In fünf Jahren stieg der SC bis in die Bezirksliga auf, wo er sich allerdings nur ein Jahr halten konnte.

Die Damen spielen

Ab 1968 machte sich der SC Trossenfurt-Tretzendorf auch dank seiner starken Damenmannschaft einen Namen. Gleich im Gründungsjahr traten in einem Benefizspiel zwei Damenteams aus Trossenfurt und Tretzendorf an: Rot-Weiß unter der Leitung von Hildegard Bühl und Blau-Weiß mit Team-Chefin Gertrud Wanner. 1200 Zuschauer kamen und stifteten so ein erkleckliches Sümmchen für die Restaurierung des Kirchendachs. Die SCTT-Damen spielten bis in die 90er Jahre, am Ende in der Bayernliga.

1970 begann die Damengymnastik, die bis heute mit zwei Gruppen läuft. Außerdem gibt es eine Volleyball-Abteilung im Sportclub.

Dafür, dass all dies möglich war, dankten Zweiter Bürgermeister Hans Albert und BLSV-Kreisvorsitzender Gerald Makowski allen, die in diesen 70 Jahren Verantwortung im Verein übernahmen und auch heute noch tragen, denn ohne Betreuer, Übungsleiter, Trainer, Vorsitzende und Schatzmeister könne ein Verein nicht über Jahrzehnte funktionieren. Vor allem die Jugendarbeit und das gesellschaftliche Engagement in der Gemeinde könnten nicht hoch genug geschätzt werden, hieß es weiter. Deshalb gab es auch viel Applaus für die Geehrten.