Frauen-Power beim Fotoclub. Im Wettbewerb um das Bild des Monats Juli zeigten Birgit Kirster und Marlis Völker der erfolgsverwöhnten männlichen Konkurrenz die Grenzen auf. Dabei landete Birgit Kirster einen überaus seltenen Doppelsieg. Marlis Völker punktete auf Platz Zwei.
Dass sich zwei Fotografen den Spitzenplatz streitig machen, das hat es im Monatswettbewerb immer wieder einmal gegeben. Doch dass ein Autor gleich mit zwei seiner Bilder auf Rang 1 landet, das zählt schon zu den absoluten Besonderheiten. Birgit Kirster gelang dieses Kunststück mit zwei sehr unterschiedlichen Aufnahmen. Das Bild "Abendspaziergang" zeigte eine Löwenzahnwiese, auf der die Fruchtstände der Pflanzen vor einem dramatischen Wolkenhimmel im Licht der soeben untergehenden Sonne erglühten. Trotz des extremen Gegenlichts war die Silhouette eines einsamen Wanderers im oberen Drittel des Bildes deutlich zu erkennen, was wohl der perfekten Aufnahme zusätzlich zu ihrem Rang verhalf.
Geradezu rührend wirkte auf ihrem zweiten Siegerbild "Hungrig" ein junges Spatzenkind, das mit weit aufgerissenem Schnabel bei seiner Mutter um Futter bettelte. Die Autorin hatte dabei das Glück, dass sich diese Fütterung vor einem neutralen grauen Hintergrund abspielte, was die Konturen der beiden Vögel deutlich hervortreten ließ.
Im Internet finden sich in der "Fotocommunity" jede Menge Aufnahmen der Münchner U-Bahnstation "Westfriedhof". Auch Marlis Völker ließ sich vom besonderen Flair dieses Ortes inspirieren. Sie nutzte den intensiven Kontrast zwischen der orangefarbenen Deckenbeleuchtung und den tiefblauen Wänden zu einer gelungen Bildgestaltung, die auch durch ihren grafischen Aufbau überzeugte. Als zusätzliches Moment gelang es ihr auch noch den Gegensatz von Statik und Bewegung im Bild einzufangen. Der wartende Reisende harmonierte perfekt zur verwischten Bewegung der einfahrenden U-Bahn. Die Juroren erkannten ihr für dieses gelungene Bild den zweiten Platz zu.
Als bester männlicher Teilnehmer musste sich Klaus Gagel mit zwei dritten Plätzen zufrieden geben. Am Gartenteich seines Nachbarn hatte er sich auf die Lauer gelegt, um das Liebesleben der Wasserfrösche einzufangen. Dabei waren es die mächtigen Schallblasen, die den Fotografen faszinierten. Ebenfalls ein lautes Geräusch spielte bei seinem "Alten Schinken" eine Rolle. Der Titel bezog sich auf ein altes verstaubtes Buch, aus dem beim Zuklappen der Staub nach allen Seiten davonflog. Beim "Staub" handelte es sich um Babypuder ...