Bei hoffentlich schönem Wetter sind in dieser Woche auf Einladung des Freundeskreises Erlangen-Höchstadt/Tarnowskie Gory an verschiedenen Orten im Landkreis wieder Maler aus Tschechien, Polen und Deutschland mit Staffelei und Pinsel anzutreffen, wo sie besondere Ansichten einfangen und auf Papier bannen werden. Für die Planung und künstlerische Leitung zeichnet Maria Stawik-Höhlriegel verantwortlich. Die gegenseitige internationale Freilichtmalerei findet im jährlichen Rhythmus abwechselnd im polnischen Partnerlandkreis Tarnowskie Gory und im Landkreis Erlangen-Höchstadt statt.
Die Ziele der Freilichtmalerei sind eine engere Zusammenarbeit der eingeladenen Künstler aus den befreundeten Landkreisen zu erreichen sowie der Austausch von fachlichem Wissen und Techniken während des Schaffens. Ein weiteres Ziel ist die Popularisierung der Architektur und der natürlichen Schönheit der Gemeinden im Landkreis Erlangen-Höchstadt und in Franken durch die Kunstwerke, die während der Freilichtmalerei entstehen. Weiterhin sollen lokale Kulturinitiativen gefördert sowie eine Präsentation und aktive Werbung für die Städte und Gemeinden des Landkreises Erlangen-Höchstadt und Franken auf der touristischen und kulturellen Landkarte in Polen, der tschechischen Republik und Deutschland erreicht werden, so Maria Stawik-Höhlriegel.


Die Teilnehmerzahl steigt

Es galt, Absprachen mit Landrat Alexander Tritthart (CSU) und den jeweiligen Bürgermeistern zu treffen, geeignete Orte mit Motiven für die Maler zu finden und die Versorgung sicherzustellen. Außerdem erhält jede Künstlerin und jeder Künstler ein T-Shirt mit der Aufschrift "Künstlerischer Blick mit Pinsel und Staffelei. Internationale Freilichtmalerei Juni-Juni 2018 im Landkreis Erlangen-Höchstadt."
Untergebracht sind die Freilichtmaler im Hotel Rangau in Dechsendorf, wo sie auch von Manfred Bachmayer, dem Vorsitzenden des Freundeskreises Erlangen-Höchstadt/Tarnowskie Gory, und seinem Stellvertreter Martin Oberle begrüßt wurden. Bachmayer stellte erfreut fest, dass sich seit dem ersten Mal im Jahr 2012 die Teilnehmerzahl gesteigert hat. Entstanden war diese Aktion auf Initiative des Freundeskreises. Inzwischen stößt die Aktion auf gute Resonanz in beiden Landkreisen, es sind viele Kontakte und Freundschaften zustande gekommen und Kunstwerke im oberen dreistelligen Bereich entstanden. Die Künstler sind inzwischen eine eingeschworene Gemeinschaft. Vom 8. bis 18. Juli treffen sich einige von ihnen in Polen und vom 5. bis 10. August in Tschechien.


Eine Woche unbezahlter Urlaub

Einer der Künstler ist Paul Gütle aus Herzogenaurach, der nun in Aisch lebt und zum dritten Mal dabei ist. Ihn begeistert besonders die Landschaftsmalerei in Aquarelltechnik. Daher ist er auch von Albrecht Dürer und seinen Aquarellen begeistert, besonders vom großen Rasenstück.
Aus Tschechien sind Lenka und Vladimir Cisar nach Franken gekommen. Beide sind schon zum vierten Mal dabei. Vadimir ist Lehrer an der Mittelschule und unterrichtet unter anderem Geschichte, während seine Frau Lenka Ingenieurwesen studiert hat. Er hat die Natur und Stillleben im Blick und bannt sie in Acryl- und Aquarelltechnik auf das Papier. Seine Frau Lenka hat als Ingenieurin neben der Natur auch Architektur im Blick, die sie in Aquarelltechnik abbildet. Als Lehrer hat Vladimir sogar eine Woche unbezahlten Urlaub genommen, um bei dieser Woche dabei zu sein: "Das ist für uns das Highlight in diesem Jahr", verrät er.
Aus Breslau im heutigen Polen kommt Professor Edward Kostka. Er begann sein Studium 1959 an der Akademie in Breslau und hatte dort später eine Professur inne, wo er Grafik und Design lehrte. Seine Aquarelle zeigen Landschaft und Architektur.
Für die Unterbringung sorgt der Landkreis, für die Verpflegung der Künstler engagieren sich die Kommunen, in denen die Maltermine stattfinden. Nach Überzeugung der Teilnehmer wird es eine interessante Woche mit vielen Begegnungen werden.