Nach rund zwölf Monaten Sperr- und Bauzeit ist die innerörtliche Bieberbacher Straße mit überörtlicher Verkehrsbedeutung seit Donnerstagabend wieder für den Verkehr freigegeben. Zum traditionellen "Schaufelfest" hatten sich interessierte Bürger auf dem im Zuge der Tiefbauarbeiten neu gestalteten Parkplatz der Max-Schultz-Sportanlage am Ortsende in Richtung CO 11/Bieberbach eingefunden. Für die stressgeplagten Anlieger und Grundstückseigentümer beiderseits des auf 410 Meter Länge ausgebauten Straßenzugs war der erlösende Augenblick gekommen: Gemeinsam vollzogen Bürgermeister Michael Keilich (CSU), Gemeinderäte, Bauamtsleiter Stefan Dümmlein, bauleitender Ingenieur Klaus Müller (IVS Kronach) sowie Jürgen und Christian Carl (Franz Hofmann Bau Sonnefeld) als Repräsentanten der am langwierigen Ausbau beteiligten Baufirma den obligatorischen Bandschnitt.


Keine Pläne von der "Unterwelt"

Als "Operation am offenen Herzen" schilderte der Bürgermeister den buchstäblich steinigen Weg, auf dem es große Herausforderungen aufwendig zu meistern galt. Oft trennten Strom-, Gas-, Wasser-, Kommunikationsleitungen und Kanalrohre in unterschiedlichen Höhenlagen nur wenige Zentimeter voneinander. "Vielfach kam die wiederholt mit Zusatzarbeiten verbundene Problematik erst per Baggerschaufel ans Tageslicht", schilderte Keilich immer wieder auftretende brenzlige Situationen, bevor er den umsichtig agierenden Mitarbeitern des heimischen Bauunternehmens besondere Anerkennung zollte. Für "die Sonnefelder Unterwelt" existierten in diesem Bereich bislang weder informative Lagepläne noch Fotodokumente.
Keilich bestätigte, dass die zukunftsweisende Infrastruktur zwischen Marktplatz und Ortsrand für die Nachwelt jetzt ausreichend dokumentiert sei. Eine Menge sei gemacht worden, unterirdisch und sichtbar: Verlegt wurden Ver- und Entsorgungsleitungen und der parallel laufende Druckwasserstrang für die Trinkwasserversorgung in den Flurbereich "Lange Wiese", die Straßenbeleuchtung wurde auf zukunftsträchtige LED-Technik umgestellt, es gab Ortsbild gestaltende Maßnahmen, wobei mehrere Ortsstraßenzüge eingebunden wurden. Die Gehwege sind nun beidseitig gepflastert. Dies alles zusammen mit der durchgehend 5,50 Meter breiten Teerdecke verursachte laut Keilich rund 1,3 Millionen Kosten.


Auch die Strabs war ein Thema

Über dem Gesamtprojekt schwebte lange Zeit das Damoklesschwert "Straßenausbaubeitragssatzung". Eine inzwischen vom Bayerischen Landtag vollzogene Gesetzesänderung erspart den Anliegern den als ungerecht empfundenen Einsatz von Eigenmitteln. Für die jetzt abgeschlossene Tiefbaumaßnahme erwartet die Kommune Fördermittel in Höhe von 200 000 Euro.
Wie Bauamtsleiter Stefan Dümmlein vor Ort erläuterte, finden die Arbeiten mit der vom Gemeinderat beschlossenen Maßnahme Thüringer Straße in Richtung Ortsmitte ihre Fortsetzung. Für den etwa gleich langen Abschnitt wird die Fertigstellung bis zum Jahresende angepeilt.