Einziger Tagesordnungspunkt der letzten Gemeinderatssitzung in diesem Jahr sollte der Beitritt der Gemeinde Kirchlauter zur Musikschule Ebern sein - bis sich dann doch noch alles um den Biber drehte, der in der Kläranlage Kirchlauter sein Unwesen treibt und damit auch die Weihnachtsruhe stört.

Wie Bürgermeister Karl-Heinz Kandler deutlich machte, sorgte der Biber "die letzten vier Wochen jeden Tag für drei Stunden Arbeit für unsere Gemeindearbeiter. Über Nacht hat er jedes Mal so viel gearbeitet, dass eine Frontlader-Schüssel voller Äste und kleiner Bäume zu entfernen waren".

In diesem Zusammenhang teilte der Bürgermeister mit, dass man an der Kläranlage zwei Oxidationsteiche habe, von denen einer aber nicht mehr verwendet werde. In diesem sei nur noch eine Wasserhöhe von einem Meter gegeben. Er habe sich wegen des Problems schon einmal an die Untere Naturschutzbehörde gewandt und warte immer noch auf eine Antwort. Deswegen sei er enttäuscht und fühle sich bei diesem Problem allein gelassen.

Umsiedeln, fangen oder töten

"Unsere Kläranlage soll funktionieren und hat auch viel Geld gekostet. Deswegen müssen wir schauen, dass der Damm nicht durchlöchert wird. Ich bin gespannt, was die Untere Naturschutzbehörde sagt." Aus artenschutzrechtlicher Sicht gebe es nämlich auch eine Ausnahmeverordnung und die Gemeinde könne darauf bestehen, dass der Biber umgesiedelt, gefangen oder auch getötet werden könne.

Kandler: "Wenn wir nichts unternehmen, geht er durch alle Teiche und macht nach und nach auch unsere ganze Bepflanzung nieder, um sie für seinen Bau zu verwenden." Einen weiteren Biber gebe es genau an der Gemeindegrenze mit Breitbrunn an der Lauter.

Bereits vor einiger Zeit hatte der Gemeinderat drei Wochenstunden Musikunterricht für die beiden Kindergärten und die Grundschule Kirchlauter bei der Musikschule Ebern beantragt. Hierfür wurden 2400 Euro pro Kurs bewilligt. Nunmehr ging es darum, der Musikschule Ebern auch als Mitglied beizutreten und den Musikunterricht zu verstetigen. Damit die Gemeinde flexibel handeln kann, wurden eine jährliche Kündigungsmöglichkeit und eine jährliche neue Aushandlung des Musikunterrichts im Vertrag vorgesehen. Der Mitgliedsbeitrag für die Musikschule beträgt 0,50 Euro pro Einwohner und Jahr. Dem stimmte das Gremium zu.

Höhere Förderung möglich

Bürgermeister Kandler informierte dann über eine Fördermöglichkeit mit dem Programm "Innen statt außen", die auch für die Sanierung des Oskar-Kandler-Zentrums in Kirchlauter eine höhere Förderung ermöglichen könnte. Hierzu brauche man aber nun einen Beschluss und den Bauantrag. Dies soll in nächster Zeit bewerkstelligt werden.

Wie Bürgermeister Kandler abschließend deutlich machte, ist er gegenwärtig dabei, für die Kläranlage in Pettstadt Sanierungsangebote einzuholen. Die dortige Scheibentauchkörper-Kleinkläranlage sei schon älter als 20 Jahre und da komme man nicht umhin, eine Sanierung oder Erneuerung anzugehen.