"Wer sie reingeschmissen hat, soll sie auch wieder rausholen." Die Meinung des Waldbesitzers wurde nicht umgesetzt: Die Bombe, die im Kriegsjahr 1941 im Wald bei Treppendorf niederging, blieb liegen. Bis sie im Mai 2018 entschärft und geborgen wurde. Michael Wolfrum aus Oberköst hat die Geschichte von seinem Großvater Michael Seelmann, der in der Schreckensnacht selbst dabei war, "um Nachtwache bei den Karpfen in einem abgelassenen Weiher zu schieben." Bei der Vorstellung des neuen Heimatboten aus dem Reichen Ebrachgrund trug Wolfrum - wie auch die anderen Autoren - seinen Beitrag selbst vor. Er schilderte die Vorgänge, als wäre er selbst dabei gewesen.

All die Geschichten, die im Heimatboten aufgeschrieben sind, aus dem Mund der Verfasser zu hören, war ein besonderes Erlebnis. Wie das Gedicht von Helmut Schleicher, das er in Mundart für den 80. Geburtstag des ehemaligen Pommersfeldener Bürgermeisters Erwin Ruhl verfasst hat.

"Ein wenig zwischen Himmel und Erde und sehr emotional", sagte Angelika Nusser über ihren Beitrag. "Manchmal kommt es, wie es kommen muss." So kam es im August dieses Jahres zu einer spontanen Feier zum 300. Jubiläum der Schlosskirche. Bis Christian Enz die Entwicklung vom Zisterzienserkloster Ebrach bis zur Justizvollzugsanstalt aufgeschrieben hatte, waren sicher unzählige Recherchen notwendig.

Hingegen war die Höchstadterin Monika Mennel bei Forschungen eher zufällig auf die einst geplante Veräußerung des Schlüsselfelder Getreidespeichers gestoßen. "Der FSV Weingartsgreuth ist meine zweite Heimat", sagte der Ailsbacher Harald Kaiser. Im neuen Jahrbuch erzählt er die 70-jährige Geschichte des Vereins. Mit der israelitischen Elementarschule von Mühlhausen beschäftigte sich Christian Plätzer aus Höchstadt. In seinem Beitrag findet sich auch ein Foto aus den USA, das die einstige Synagoge in ihrem Urzustand zeigt. Der neu gegründete Synagogenverein habe damit ein wichtiges Dokument zur Hand.

"Ich bin in der Schlosserei aufgewachsen", erzählte Manfred Welker. Dass es Schlüssel dem ausgebildeten Schlossermeister angetan haben, geht aus seinem Beitrag hervor. Darüber hinaus veröffentlicht der Kreisheimatpfleger einen Bericht über die Währungsreform 1948. "Ein Denkmal, das nicht verharmlost werden darf", sagte Marc Ryszkowski über das Kriegerdenkmal in Pommersfelden. Der aus dem Saarland stammende junge Wissenschaftler hat sich im Rahmen einer Arbeit ausgiebig damit befasst.

Evi Seeger, freie Mitarbeiterin des Fränkischen Tags, hat das Schlüsselfelder Stadtmuseum und dessen Leiter Friedel Auer journalistisch begleitet. Ihr Beitrag erschien anlässlich des 25. Jubiläums des Stadtmuseums. Was es mit den "Hellsehern von Simmersdorf" auf sich hat, ergründete die Autorin anlässlich des Vereinsjubiläums in diesem Jahr.

Natürlich hat sich auch Franz Kachler, der Ehrenvorsitzende des Vereins, der noch dazu als Redakteur zeichnet, im neuen Jahrbuch verewigt. Sein Hauptbeitrag stammt aus der Feder des einstigen Schlossgeistlichen Wilhelm Schonath aus Pommersfelden. Kachler hat die "Geschichte der kirchlichen Verhältnisse Pommersfeldens" für den Heimatboten überarbeitet und mit aktuellen Fotos versehen.

Bleiben noch zwei Autoren, die bei der Vorstellung nicht anwesend sein konnten: Werner Rühl erklärt, was ein "Pfandschaub" ist. Wolfgang Rössler schreibt über das Grabdenkmal der Schlüsselauer Äbtissin Brigitta Stiebar in Buttenheim. Am Ende des 234 Seiten umfassenden Jahrbuchs stellen Rudi Schmidt, Ingrid Geyer und Ursula Lebender die Aktivitäten des Vereins im vergangenen Jahr vor.

Ein Büchlein, gerade recht für lange Winterabende oder als Geschenk. Der 32. Heimatbote ist bei den üblichen Verkaufsstellen, bei den Gemeinden, bei Franz Kachler, Horbach, und Rudolf Schmidt, Mühlhausen, zu erwerben. red