Unter dem Motto "Leicht und beschwingt in den Sommer" lud der Männergesangverein "Fidelia" Münchaurach zum Sommerfest ein, und fünf Gastchöre feierten mit den Gastgebern gleichzeitig den 145. Geburtstag des Vereins.
Zunächst sorgten der Bundes- und Kreischorleiter des Fränkischen Sängerbunds, Gerald Fink, und die Gruppenvorsitzende der Aurach-Sängergruppe, Emilie Meier, im Pausenhof der Grundschule mit den Ehrung für aktives Singen im Chor sorgten für einen Höhepunkt des Nachmittags.
Für nahezu unglaubliche 70 Jahre aktives Singen im Chor wurde der 89-jährige Richard Ammon aus Münchaurach vom Bundeschorleiter besonders in den Mittelpunkt gestellt und von den Besuchern mit viel Beifall bedacht. "Das ist bei unseren Chören im Sängerbund auch nicht alltäglich, dass aktive Chormitglieder für eine derartige lange Zeit geehrt werden, solch ein Jubiläum hat Seltenheitswert", hob Gerald Fink bei Übergabe der Urkunden hervor. Nicht weniger stolz zeigte sich der Münchauracher Vorsitzende Manfred Bock aber auch über Chormitglieder, die dem Gesangverein bereits zehn, 25 und 50 sowie 60 Jahre die Treue halten, keine Probe versäumen und bei nahezu allen Auftritten dabei sind.
Den Auftakt gestaltete die "Fidelia" unter der Leitung von Waldemar Welker mit "Wochenend und Sonnenschein" selbst, und bei "Es strahlt die Welt im sonnigen Süden am blauen Meer" strahlte auch die Sonne vom Himmel, da durfte dann auch "Griechischer Wein" zum Abschluss nicht fehlen. Ebenso wenig wie der Landfrauenchor unter der Leitung von Sandra Haagen, der seit Jahren beim Sommerfest und bei Konzerten in Münchaurach mitwirkt. Auch der junge Chor
"Voicegarden", geleitet von Kerstin Maier, bekam für "Sunny" und "The Rose" sowie "Don't Stop Me Now" von "Queen" viel Beifall und es gab eine Zugabe.
Den zweiten Teil des Nachmittags eröffnete die Chorvereinigung Falkendorf-Kriegenbrunn, die seit wenigen Wochen von Karl Wieser geleitet wird. Für viel Aufmerksamkeit sorgte auch die quirlige Chorleiterin Cornelia Schmid mit ihrem Volkschor und den Liedern "Über den Wolken" und "Lollipop" sowie "Veronika, der Lenz ist da", die die Zuhörer zum Mitwippen und Fingerschnippen animierten.


Lieder vom Fernweh

In diesem Jahr konnte der Vorsitzende Manfred Bock mit den "Aischtal-Shantys" aus Neustadt einen neuen Chor begrüßen. Unter der Leitung von Rose Enzensberger wehte mit dem Seemannschor ein Hauch von der Urgewalt der Weltmeere durch den Schulhof. Der Chor sang mit Leidenschaft von Fernweh, fremden Ländern, Stürmen und dem Meer. Darunter das bekannte "Aloha Oe" und "Keine Frau ist so schön wie die Freiheit", und der Chor kam um eine Zugabe nicht herum. Mit seinen flotten Liedern leitete der Seemannschor dann auch zur zünftigen Blasmusik mit den "Ehemaligen" aus Aurachtal über.
Wegen des Geburtstages gab es vom Vorsitzenden Manfred Bock einen kurzen Rückblick auf die Chronik des Männergesangvereins "Fidelia", der 1873 in der Metzgerei Gugel in Münchaurach gegründet wurde. Später wurde im Gasthaus des aktiven Sängers Konrad Maier eine Sängerstube eingerichtet, um die Gesangsproben abzuhalten. Von 1901 bis 1924 leitete der unvergessliche Christian Bodenschatz den Chor, diese Zeit war die erste Blütezeit für die Fidelia. Christian Bodenschatz konnte durch seine musikalischen und pädagogischen Fähigkeiten dem Chor auf ein beachtliches Leistungsniveau bringen. Juni 1923, mitten in der Inflation und kurz nach dem Ersten Weltkrieg, wurden das 50-jährige Stiftungsfest gefeiert und die erste Vereinsfahne angeschafft.
Die Vereinsarbeit sowie der Chorgesang wurden im Zweiten Weltkrieg eingestellt. 1948 begannen wieder die Chorproben unter der Leitung von Lehrer Willi Zotzmann.
Am 29. und 30. Mai 1954 wurde das 80-jährige Bestehen gefeiert. Im Jahr 1968 wurde mit den benachbarten Chören aus Neundorf und Falkendorf eine Chorgemeinschaft gegründet, diese hat sich zu besonderen Anlässen gemeinsam beteiligt. Vom 1. bis 3. Juni 1973 wurde das 100. Jubiläum des Vereins zusammen mit dem Gruppensängerfest der Aurach-Sängergruppe gefeiert.
Die Zelter Plakette wurde dem Verein 1980 vom stellvertretenden Ministerpräsidenten Karl Hillermeier im Stadttheater Amberg überreicht. Im Jahr 2005 wurde das erste Mal ein Sommerfest abgehalten und findet seitdem regelmäßig mit immer wieder wechselnden Teilnehmer-Chören statt.