Der Dreißigjährige Krieg, vor 400 Jahren begonnen, fand zwischen 1631 und 1635 auch in der Fränkischen Schweiz statt. Grund für die kriegerischen "Besuche" schwedischer Soldaten und kroatischer Söldner waren die "Herrschaften", die sich auf die Seite der Protestanten gestellt hatten. Muggendorf und Streitberg blieben evangelisch, Ebermannstadt mehrheitlich katholisch. So kam es zu heute noch bestehenden "Glaubensgrenzen".
Wie einschlägigen Geschichtsbüchern über die Fränkische Schweiz zu entnehmen ist, kamen Truppen anfangs nur auf dem Durchmarsch hier vorbei, 1623 Kroaten, Sachsen, hessische Regimenter. Sie richteten zwar keinen Schaden an, mussten aber verköstigt werden. Täglich bekam ein Soldat ein Pfund Fleisch, zwei Pfund Brot, einen Liter Wein oder zwei Liter Bier und Reiter zusätzlich sechs Pfund Hafer, zehn Pfund Heu und drei Bund Stroh.
Durch Mitteilungen des "Fränkischen Kreises" waren die Adeligen der Gegend gehalten, "sich in den Kriegsläuften mit tüchtigen Pferden und allerlei Kriegsgerätschaften" für den Ernstfall zu wappnen. 1632, nach dem Sieg der Schweden bei Würzburg, kam der Kriegsschauplatz in die Nähe, als der schwedische König Gustav Adolf dem auf der alten Veste bei Zirndorf lagernden Wallenstein in Nürnberg gegenüberstand.


Ein Corps Kroaten

Während dieser Zeit geschah es, dass ein Corps Kroaten unter dem Oberst Körpitz auf Befehl Wallensteins nach Muggendorf kam. "Fürchterlich war das Toben dieser wilden Rotte", berichtet die Chronik. Augenzeuge Pfarrer Meyer schreibt darüber: "Am 15. Juli ist Muggendorf samt Kirchen, Schul- und Brauhaus, nebst 46 Wohnhäusern und 26 Stadeln, die mit Futter und Getreid angefüllt gewesen, durch den kaiserlichen Croaten-Obristen und seine unmenschlichen Soldaten aus lauter Feindschaft jämmerlich und erbärmlich in die Asche gelegt worden und sind in solcher Brunst fünf Personen elendich verbrannt."


Pfarrer gefangen genommen

Außerdem wurde das gesamte Vieh gestohlen, so dass nur "ein einziger Schweinestall im ganzen Flecken" stehen blieb. Der damalige Pfarrer Thomas Gebhardt, ein Kaplan Lemmer sowie Matthias Wernlein, Pfarrer in Egloffstein, allesamt protestantisch, wurden gefangen genommen und erst ein Jahr später gegen ein Lösegeld freigelassen. In Nürnberg fanden sie anschließend Asyl.
Die Einwohner von Muggendorf hatten sich in jenen unruhigen Zeiten in Höhlen aufgehalten. Wie die Chronik weiter berichtete, galt die erste Sorge der Einwohner nach dem Krieg dem Aufbau der Brauerei, "welche ihnen von jeher viel eingebracht hat".


Wegen ihrer Brutalität verhasst

Die Schweden vertrieben die kaiserlichen Truppen allerdings wieder, waren aber bei den Bauern wegen ihrer Brutalität sehr verhasst, obwohl auch katholische Truppen wie die Kroaten nicht zimperlich waren. So schreibt die Chronik: "Wo ein vereinzelter Nachzügler den ergrimmten fanatischen Bauern in die Hände fiel, der war verloren. Nicht wenige sollen in die Klüfte der Felsen und Öffnungen der Höhlen gestürzt worden sein, wo sie einen elenden Tod durch den Fall oder dann durch Verhungern fanden."
Die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges wurden übertroffen von einem schweren Naturereignis, worin wankelmütige Geister sogar eine "Vorsehung" sahen: den Bergsturz bei Gasseldorf. "... anno 1625, den 21. Februar zur Mittageszeit, durch wunderliche Schickung Gottes des Allmächtigen, in die Läng 500 Schritt und in die 50 Fuß breit mit großen Krachen voneinander begeben hat", so lautet die Überschrift des Erinnerungsblattes, welches eigens angefertigt wurde. Doch damit nicht genug: Darunter beschrieb man in holprigen Versen die Vorsehung und dass man Unheil nur dann abwenden könne, wenn man "von früh bis spat" betet und sich im Glauben einig ist.
Georg August Goldfuss schreibt in seiner Geschichte der Region, dass der Berg durch Einsinken unterirdischer Höhlungen oder durch das Eindringen des Regenwassers in die obere lehmige Schicht des lockeren Erdreichs abrutschte, so "daß der Berg getheilt erscheint". Letzteres vermutet auch die moderne Wissenschaft.