von unserem Redaktionsmitglied 
Michael Busch

Berg — Wer kennt sie nicht? Die Schilder an den Fahrgeschäften auf den diversen Kirchweihen, auf denen zu lesen ist: "Arbeitskraft zum Mitreisen gesucht". Der Ruf der großen weiten Schaustellerwelt und das angeblich freie Leben hat auch schon den einen oder anderen verlockt. Angeheuert, Koffer gepackt und dann gegen Kohle für das Vergnügen gearbeitet. Also das Vergnügen der Anderen.
Der Erlanger Berg hat seit gestern Abend wieder seine Zugänge geöffnet. Bis zu 1,2 Millionen Menschen werden in dieser Zeit auf das Bergkirchweihgelände am Berg strömen, um sich dort zu vergnügen. Dass dies auch funktioniert, dafür sorgen mehrere Hundert Menschen, die dort arbeiten. Vom Klohaus-Aufpasser bis hin zum Kellner, vom Schausteller bis hin zur Sicherheitskraft - sie sind alle beteiligt, dass diese zwölf Tage perfekt funktionieren.
Ein Grund für den Bergkirchweihreporter, mal diese Seite des Berges genauer zu betrachten. Und wie sollte das einfacher gehen, als dort mitzuarbeiten. Doch wer nimmt eine "ungelernte" Kraft, die sonst Geschichten über gelernte Kräfte schreibt? Die Suche nach potenziellen Arbeitgebern gestaltete sich schwieriger als gedacht.
Bei den Geschäften, die mit Lebensmitteln zu tun haben, hat das Gesundheitsamt einen Riegel vorgeschrieben, da der Umgang mit Essbaren einen Gesundheitsnachweis bedingt. Der war so kurzfristig nicht zu bekommen. Seine Arbeit abgegeben hätte der Postzusteller Rainer Fischer durchaus gerne. "Sonst brauche ich hier oben 20 Minuten am Berg - und wenn es sich langsam füllt, kann es schon mal eine dreiviertel Stunde dauern." Außerdem ist der Job nicht so einfach zu bewältigen, die Schausteller mögen ihre Post schon zuverlässig zugestellt bekommen.
Einen ersten Erfolg gibt es an einer Losbude. "Quatschen können Sie bestimmt", meint die Chefin des Glückshafens. Somit war die erste Einstellung perfekt, den Bericht dazu gibt es in der Ausgabe am Samstag.
Auch die Band Appendix war über ein weiteres Bandmitglied begeistert. "Ob wir Dich Musik machen lassen, werden wir kurzfristig entscheiden, aber Du darfst uns mit Getränken versorgen." Na, Danke! Aber besser als nichts.
Wer sich nicht helfen lassen wollte, ist der Kellner Alois Bergel. "Ab zehn Maßen aufwärts kannst Du vielleicht einsteigen - aber steh' mir nicht im Weg rum!" Klare Ansage, klare Absage. Es ist sicher auch einer der härtesten Jobs dort droben am Berg. Weit über drei Tonnen bewegt ein guter Kellner Tag für Tag durch die trinkfreudigen Massen.
Wiederum begeistert war die Chefin vom Frankendorf, Andrea Dinkel. "Gläser spülen, aufkehren, abräumen... Wir finden da schon etwas für Dich!" Schauen wir mal, was die nächsten zwölf Tage passiert. Ich glaube, es wird ein harter Berg!