Die ärztliche Bereitschaftspraxis am Klinikum Coburg wird nun in der Trägerschaft der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) betrieben. Bislang war sie vom Verein "Bereitschaftspraxis Coburg" unterhalten worden. Mit den Bereitschaftspraxen soll die medizinische Versorgung der Menschen mit Leistungen der Hausärzte sichergestellt werden. Die Kassenärztliche Vereinigung reagiert so auf den Mangel an niedergelassenen Ärzten, der besonders deutlich abseits der Ballungszentren und größeren Städte spürbar ist.
Mit der Trägerschaft der Kassenärztlichen Vereinigung haben sich die Öffnungszeiten der Bereitschaftspraxis erweitert, sagte Philip Bogdahn für die Organisation am Montag bei der offiziellen Übergabe der Bereitschaftspraxis. Für die Hausbesuche steht den Ärzten nun auch ein Fahrdienst mit Fahrer zur Verfügung. Bogdahn räumte ein, dass durch die Randlange des Gebietes - es umfasst jeweils die kompletten Landkreise Coburg, Kronach und Lichtenfels - es in den Nachtstunden zu weiten Anfahrten des Arztes kommen könne. "In Einzelfällen kann es möglich sein, dass der diensthabende niedergelassene Bereitschaftsarzt von Bad Rodach nach Bad Staffelstein gefahren wird." Allerdings versuche die Einsatzzentrale der Kassenärztlichen Vereinigung mit Hilfe von Kollegen aus benachbarten bayerischen Landkreisen, das zu vermeiden. "Das funktioniert allerdings mit dem benachbarten Thüringen nicht", stellte Thomas Scheller klar. Hier bewirke die Grenze zwischen den beiden bundesdeutschen Freistaaten ein strikte Trennung.
Nach den Worten von Thomas Scheller, Vorsitzender des Vereins "Bereitschaftspraxis Coburg" und des Hausarztvereins Coburg Stadt und Land, gehören der gesamten Dienstgruppe in allen drei Landkreisen 220 Ärzte an. Die Bereitschaftspraxis am Klinikum Coburg besuchten im Durchschnitt 6000 Patienten im Jahr. An manchen Feiertagen seien schon 115 Patienten gezählt worden. Die steigende Zahl der Patienten sah der Schatzmeister des Vereins "Bereitschaftspraxis Coburg", Diethard Kreiß, auch in den gestiegenen Ansprüchen der Patienten begründet. "Allein am Wochenende kamen zehn Patienten, bei denen eine Zecke entfernt wurde. Das kann man auch selbst machen."
Philip Bogdahn zeigte sich zuversichtlich, dass durch die räumliche Nähe von ambulanter und stationärer Behandlung, wie sie am Klinikum vorbildlich gelöst sei, sich Arbeitsabläufe schnell einspielen würden. Ziel sei es, dass Patienten zunächst die Bereitschaftspraxis aufsuchten, wo über eine stationäre Aufnahme entschieden werde. Das entlaste die Notaufnahmen der Kliniken. Für Patienten aus dem Landkreis Coburg gibt es eine Besonderheit: Hier existiert ein Hol- und Bringdienst, der mit einer Spende der Firma Brose finanziert wird.