Überrascht zeigt man sich im SPD-Ortsverein Oberrodach über die öffentliche Aussage von Bürgermeister Norbert Gräbner (SPD), bei der Bürgermeisterwahl 2020 wieder antreten zu wollen, da man sich erst abstimmen wollte.

Im Gespräch mit dem FT betont Gräbner, dass es zunächst einmal sein persönlicher Wunsch sei, wieder zu kandidieren. "Ich halte es für richtig, weil es noch viele Projekte gibt und es in den kommenden Jahren vor allem um die Gesamtgestaltung von Marktrodach gehen wird." Dabei spricht er strukturelle Veränderungen nach der Fertigstellung der Ortsumgehung Zeyern ebenso an wie die bereits eingeleitete Umgestaltung des Abwasserzweckverbandes. "Ich denke, dass ich da noch gebraucht werde."

Für Zukunft gerüstet

Gräbner, dessen politische Heimat im Oberrodacher Ortsverein liegt und der in diesem Jahr 63 Jahre alt wird, sieht sich dafür auch gesundheitlich bestens gerüstet. "Ich habe mich ja bereits vor der letzten Landratswahl bei meiner Kandidatur von ärztlicher Seite auf Herz und Nieren prüfen lassen. Da war alles in Ordnung", sieht sich Gräbner für die kommenden Herausforderungen bestens gerüstet.

Der Bürgermeister ist sich durchaus bewusst, dass es in den Ortsvereinen oder auch in der Bevölkerung unterschiedliche Meinungen über die Zukunft Marktrodachs geben kann. Deshalb verdeutlicht er auch, seinen Wunsch zunächst noch mit den beiden Ortsvereinen Ober- und Unterrodach abstimmen zu müssen.

Auf Oberrodacher SPD-Seite hat es bereits eine Sitzung zu diesem Thema gegeben. Stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Gemeinderat Thomas Schorn verhehlt nicht, dass es durchaus Überlegungen gibt, ob es 2020 nach dann 24 Jahren nicht sinnvoll wäre, die Geschicke der Gemeinde in jüngere Hände zu legen. Als möglichen Kandidaten könnte er sich den Oberrodacher Oliver Skall vorstellen, der aktuell Zweiter Bürgermeister ist.

Skall hält sich bedeckt

Skall selbst hält sich indes bedeckt. Auch er verweist auf anstehende Gespräche und Versammlungen. Am Ende lässt der 45-Jährige aber durchklingen, sich eine Kandidatur vorstellen zu können: "Aber nur wenn ich eine breite Mehrheit der Partei hinter mir habe und ich auch das Gefühl verspüre, dass die Bevölkerung sich eine Veränderung wünscht."

In alle Richtungen völlig offen ist man noch auf Unterrodacher Seite. "Wir haben immer gesagt, der Amtsinhaber muss sich erstmal äußern. Das hat er getan und jetzt werden wir überlegen, wie wir uns aufstellen wollen", betont Dritter Bürgermeister Thomas Hümmrich. Über einzelne Personen sei intern noch nicht gesprochen worden, so Hümmrich, der Gräbners Vorgehensweise nicht weiter bewerten will: "Entscheidend ist die Aussage." al