In dem kleinen Bad Rodacher Stadtteil Oettingshausen leben rund 70 Personen, davon sind mehr als die Hälfte Mitglieder im örtlichen Obst- und Gartenbauverein. Anfang des 19. Jahrhundert gewann der Obstanbau in Oettingshausen stark an Bedeutung. Es wurden neue Sorten gezüchtet und so entstand damals der noch heute bekannte "Oettingshäuser Gravensteiner".

Bei der Hauptversammlung des Obst- und Gartenbauvereins blickte Vorsitzender Herbert Rick auf das vergangene Jahr zurück. Die Brunnen wurden österlich geschmückt, die von der Stadt Bad Rodach gestellten Blumenkästen bepflanzt und die Pflege übernommen, die öffentlichen Beete und die Anlage um das Ehrenmal gepflegt. Die Spielplatzoffensive von Oettingshausen gestaltete zusammen mit den Ortsbürgern den neu angelegten Spielplatz, auf dem zusätzlich eine Sitzgruppe aufgestellt wurde. Zur Einweihung kamen viele Ortsbewohner mit ihren Kindern. Der SPD-Ortsverein spendierte dazu Getränke, Bratwürste und Süßigkeiten. Vor dem gemeinsamen Dorffest mit der Feuerwehr gab es eine Dorfreinigung. Das Dorffest ist eine Traditionsveranstaltung in Oettingshausen. Eine schöne Geste ist auch das Schmücken der Häuser zu Ehejubiläen der Ortsfrauen. Herbert Rick bedankte sich für die tatkräftige Unterstützung.

Bei der Stadt wurden laut Rick 15 Blumenkästen zum Bepflanzen und Aufhängen am Harrasbach bestellt, die Pflege werde von den Anwohnern übernommen. Natürlich soll auch wieder die Reinigungsaktion stattfinden, und zwar eine Woche vor dem Dorffest, das am 10. August stattfindet. Das Protokoll der Vorjahresversammlung verlas Schriftführer Michael Scheler und von der Finanzlage des Vereins berichtete André Brehm. Die Kassenprüferinnen Heidi Herold und Ann-Kathrin Spengler bescheinigten eine korrekte Buchführung. Als Revisor scheidet Heidi Herold aus, dafür kommt Petra Kamen hinzu.

Die Stadt könne sich das Schmücken und Pflegen der öffentlichen Flächen und Blumenkästen nicht leisten, sagte Bürgermeister Tobias Ehrlicher und dankte allen Helfern und engagierten Vereinsmitgliedern. Er regte an, Schautafeln aufzustellen oder an Wänden anzubringen, die die Geschichte des Ortes enthalten und an besonderen Gebäuden angebracht werden könnten. Er bat die Vereinsmitglieder, sich Gedanken zu machen zum Text und zu den Stellen für die Anbringung der Tafeln.

Mit den Äpfeln und dem Baumobst ist das so eine Sache. Da kein öffentliches Interesse an Obst bestehe, sei 2018 kein Obstverstrich durchgeführt worden, berichtete Vorsitzender Rick. Einige Stammkunden leerten bestimmte Bäume ab, die vorher gekennzeichnet wurden.

Bürgermeister Ehrlicher verwies auf die Aktion "Pflück mich". Oettingshausen könnte für externe Personen Bäume zum Ableeren von Obst anbieten. "Es ist jammerschade, wenn die Äpfel und Birnen herunterfallen und verfaulen", sagte Ehrlicher.

Die Ehrung der langjährigen Mitglieder übernahm der Vorsitzende zusammen mit seiner Stellvertreterin Tanja Scholz und dem stellvertretenden Kreisvorsitzenden Reiner Brückner. Für 25-jährige Mitgliedschaft erhielten Petra Kamen, Inge Jugenheimer und Christine Weißleder eine Urkunde und die silberne Ehrennadel des Kreisverbandes. Für 40-jährige treue Mitgliedschaft wurde Margit Möller mit der goldenen Ehrennadel und einer Urkunde ausgezeichnet. Vom Verein gab es einen Blumenstock.

Reiner Brückner stellte sich vor, da er zum ersten Mal beim Obst- und Gartenbau Oettingshausen war. Im Kreisverband seien 66 Vereine mit rund 10 000 Mitgliedern gemeldet, im Landesverband seien es rund 500 000. Reiner Brückner kündigte wichtige Veranstaltungen des Kreisverbands, nämlich den "Tag der offenen Gartentür" am 30. Juni in Gestungshausen sowie das Sommerfest am 27. Juli im Kreislehrgarten an. Er dankte für die geleistete Arbeit und meinte: "Pflegt weiter die Gemeinschaft und Tradition für euren Ort."