Obwohl erst zwei Spieltage in der Kreisklasse 2 absolviert sind, hat es keine Mannschaft geschafft, beide Partien mit je einem Sieg zu beenden. So ist es nicht verwunderlich, dass gleich acht der 16 Mannschaften mit jeweils vier Zählern in der Tabelle punktgleich vorne stehen.
Während zu diesem Kreis von den drei Neulingen der Absteiger FC Kronach gehört, ging der ATSV Gehülz bisher leer aus. Einen Zähler auf seinem Konto hat der dritte "Kronacher Klub", der SV Neuses. Konnte er zum Saisonauftakt diesen bisher einzigen Punkt gegen den FV Mistelfeld verbuchen, so zog er am vergangenen Sonntag beim FC Roth mit 0:2 den Kürzeren. Der Neuseser Trainer Andre Türkis war sehr enttäuscht: "Wir mussten zunächst durch dumme Fehler nach Standardsituationen innerhalb von sechs Minuten in der ersten Halbzeit die beiden Gegentreffer schlucken. Nach dem Seitenwechsel spielten wir fast nur auf ein Tor, doch ein Treffer wollte einfach nicht gelingen", resümiert der 41-Jährige.
Türkis kam vom VfR Johannisthal als Trainer für die Damen zum SV Neuses und übernahm 2014 als Spielertrainer die Herrenelf, mit der er nun schon in die fünfte Spielzeit geht.


Hüftoperation in Fürth

Mit dieser legte er in der vergangenen Saison 2017/18 eine fast makellose Serie in der A-Klasse 5 hin und feierte mit 14 Punkten Vorsprung auf die Verfolger souverän die Meisterschaft. Nicht gerade erfreulich war für ihn, dass er sich heuer in Fürth einer Hüftoperation unterziehen musste und man ihm dies derzeit noch anmerkt.
Doch diese "Hürde" wird er ebenso meistern, wie mit seiner Elf das angestrebte Ziel, nämlich den Verbleib in der Kreisklasse. Wir sprachen mit dem in Weidenberg als Kunststoff- und Kautschuk-Meister tätigen zweifachen Familienvater:

Wie schätzen Sie den nächsten Gegner, den FC Kronach, ein?
Die Kronacher kommen aus der Kreisliga und gehören für mich zum Favoritenkreis. Schließlich haben sie sich mit dem neuen Spielertrainer Stefan Böhmer vom FC Mitwitz und dem Landesliga erfahrenen André Zapf vom TSV Sonnefeld richtig gut verstärkt. Obwohl wir Außenseiter sind, erwarte ich am Samstag trotzdem einen offenen Schlagabtausch an der Hammermühle. Schließlich haben wir nichts zu verschenken und wollen uns schon gar nicht einfach hinten reinstellen. Da es sich zudem um ein Stadtderby handelt, sind meine Spieler motiviert genug, um Paroli zu bieten.

Welches Spiel hat an diesem Wochenende Spitzenspiel-Charakter in der Kreisklasse 2?
Das Gemeinde-Duell zwischen dem FC Baiersdorf und dem FC Altenkunstadt/Woffendorf. Nicht nur weil beide Mannschaften noch ungeschlagen sind, sondern weil ich sie einfach stark einschätze. Sie werden bei der Vergabe um die Meisterschaft ein gewichtiges Wörtchen mitreden.
Mit je einem Kantersieg von 5:0 der Baiersdorfer und gar einem 10:1 des Fusionsvereins ließen beide schon einmal ihre Torgefährlichkeit erkennen. Die Zuschauer dürfen sich also bestimmt auf ein interessantes und spannendes Match freuen.
Können Sie als Neuseser Aufstiegstrainer die Ligastärke schon einschätzen und wie sind die Chancen Ihres Teams?
Zunächst sind wir vom SVN froh, dass uns endlich wieder der Sprung in die nächsthöhere Liga gelungen ist. Dass wir mithalten können, haben schon die beiden Begegnungen gezeigt, wenngleich wir erst einen Punkt einfahren konnten. Allerdings haben wir schon unsere verletzten Stammspieler Johannes Schmidt und Florian Pfahl sehr vermisst. Hat man die Neuzugänge verfolgt, dann muss festgestellt werden, dass sich viele Mannschaften gut verstärkt haben. Man wird merken, dass kleine Fehler sofort bestraft werden. Ich rechne mit fünf Teams, die um den Aufstieg kämpfen. Von Platz 6 bis 14 kann jeder jeden schlagen.
Interessant ist natürlich auch, dass es zu lukrativen Derbys kommt. So steht für uns nicht nur das Stadtderby am Samstag in Kronach, sondern auch das andere Stadtduell anfangs September gegen den Mitaufsteiger ATSV Gehülz auf dem Programm. Hinzu kommen die Nachbarschaftstreffen gegen Küps, Fischbach und Theisenort. Ich bin mir sicher, dass mein Team als Neuling so inspiriert ist, um eine zufriedenstellende Saison zu spielen.

Das Gespräch führte Hans Franz.