Einen besonders erfreulichen Anlass zum Rückschau halten bot für den Bayerischen Jagdschutz und Jägerverein von Lichtenfels sein 140. Jubiläum, das er heuer feiert. Als erfreulich bezeichnete es Kreisvorsitzender Michael Ament, dass sich im rückliegenden Jahr 17 Prüflinge erfolgreich der Jagdhundeausbildung stellten.
Mit Blick auf die Gründung des BJJV Lichtenfels war dem Kreisvorsitzenden Michael Ament dann anzumerken, dass er stolz auf dessen lange Tradition ist. "Es gab zwar Höhen und Tiefen, wie in jedem Verein", betonte er dabei, "vor allem aber waren die treuen Mitglieder, engagierte Obmänner, insbesondere bei der Jungjäger- und Jagdhundeausbildung, in der Bläsergruppe, im gleichen Maße wie bei der Schießausbildung sowie ein funktionierender Vorstand die stets tragenden Säulen des Jagdschutz- und Jägervereins".
Der Verein sei nach wie vor recht lebendig, wobei der Schießplatz einen Mittelpunkt im Verein darstelle. Ament wies in seinem Bericht auch darauf hin, dass das Hundewesen im Verein - in diesem Jahr gab es hier sogar ein Rekordergebnis zu vermelden - mit einem eigenen Hundefonds gefördert werde und sich die gemeinsame Hegeschau mit der Kreisgruppe von Lichtenfels bewährt habe. Auch die Hubertusmessen - in diesem Jahr in Vierzehnheiligen, Prächting, Isling und Neudorf - seien von der Bevölkerung sehr gut angenommen worden. Sorge bereite den Verantwortlichen jedoch die Tatsache, dass es zwei Fälle von Jagdwilderei gab.
Kreisvorsitzender Ament informierte, dass auf dem Schießstand in Weismain die turnusmäßigen Immissionsmessungen und die sicherheitstechnischen Überprüfungen stattgefunden hätten und es keine größeren Beanstandungen gegeben habe. Allerdings beschäftige das Dauerthema "Wolf" die Jägerschaft, wobei er deutlich sagte, dass der Wolf natürlich die gewohnte Jagd wesentlich erschweren werde.
Zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinpest seien alle Jagdausübungsberechtigten gefordert. Hinsichtlich der jagdlichen und technischen Möglichkeiten sowie der Schonzeitverkürzungen solle jeder selbst bestimmen, wie weit er gehen könne oder solle. Die Empfehlung des Kreisvorsitzenden Michael Ament an dieser Stelle an die gesamte Jägerschaft: "Seid ganz einfach zurückhaltend."
Kritisch ging er auf Äußerungen mancher bayerischen Politiker ein, die die Schwarzwildbejagung durch den Staat herausstellen. Ament belegte mit Zahlen, dass in den Eigenjagd- und in Gemeinschaftsrevieren der größte Anteil Sauen erlegt wurde. Er sagte auch zu, falls gewünscht ein Anschussseminar zu halten. Ferner stellte er das Projekt "Lebensgemeinschaft Rebhuhn" vor, das maßgeblich vom Bayerischen Naturschutzfonds und der Oberfrankenstiftung unterstützt wird. Die Ökologische Bildungsstätte in Mitwitz trägt mit dem Landesbund für Vogelschutz und der Wildlandstiftung in der Region die Verantwortung dafür.
Die Mitglieder befassten sich mit den Planungen für die Erweiterung der Schießstätte, insbesondere hinsichtlich der Schrotdisziplinen. Der Kreisvorsitzende erinnerte nochmals daran, dass Alfred Bauer und Ernst Fink maßgebliche Weichenstellungen für diese Anlage vorgenommen haben und obwohl es für den BJJV von Lichtenfels einen finanziellen Kraftakt bedeute, immer bewusster werde, dass das eine richtige und zukunftsweisende Entscheidung gewesen sei. Die geplanten Umbaumaßnahmen des Schießstands wurden von den Mitgliedern ohne Gegenstimmen genehmigt. Dieter Radziej