bruno preissinger Mit einem Festgottesdienst gedachten die evangelischen Christen der Weihe der Dreifaltigkeitskirche vor 90 Jahren.

Pfarrer Armin Baltruschat verzichtete auf die Predigt und ließ stattdessen fünf Personen, nämlich Horst Schrepfer, Johannes Herbach, Holger Funk, Heidi Rupprecht und Mesnerin Marga Greim, sprechen.

In 90 Jahren ist viel geschehen

Schrepfer ging chronologisch vor: "Vor 84 Jahren wurde ich hier getauft, vor 70 Jahren konfirmiert. Vor 56 Jahren habe ich das Fest der Hochzeit mit meiner Christa gefeiert, 2012 goldene Hochzeit und heuer meine Gnadenkonfirmation." Dann erzählte der 84-Jährige, dass Marktschorgast ursprünglich zur Kirchengemeinde Neuenmarkt gehörte. Der damalige Pfarrer Friedrich Mährlein habe die Kinder im "rechten Glauben" unterrichtet und auf die Konfirmation vorbereitet. Der Pfarrer sei immer mit dem Fahrrad gekommen. "Wir konnten uns nicht verkneifen, ab und zu die Luft aus seinen Reifen zu lassen. Zur Strafe mussten wir dann bis zur nächsten Woche Liedverse oder biblische Geschichten lernen, die dann abgefragt wurden", so Schrepfer.

Den Religionsunterricht habe damals Lehrer Hans Jahreis gehalten, fuhr der Zeitzeuge fort. "Er brachte uns auch das richtige Singen bei - und zwar zweistimmig. Er spielte es uns mit der Geige vor. Unser erster Auftritt folgte dann bei einer evangelischen Beerdigung."

Horst Schrepfer erinnerte auch an den Neubau des Gemeindehauses 1991. Auch die alte Turmuhr habe der Gemeinde viel Kummer bereitet: "Die Mechanik hatte ihre Tücken. Entweder ging die Uhr nach oder sie fiel ganz aus, bis eine funkgesteuerte Anlage zum Einsatz kam." Mit seinem Rückblick wolle er zeigen, "dass sich vieles zu unser aller Wohl gewaltig verbessert hat". Sein Dank galt allen Mitstreitern und Pfarrern, "dass wir das alles mit Gottes Hilfe schaffen konnten".

Blick auf das Fensterbild

Johannes Herbach berichtete von verschiedenen Überraschungen, die er mit der Kirche verband. Für Holger Funk galt: "Die Liebe Jesu ist lebendig in unserer Kirche." Heidi Rupprecht trug eine Lesung aus der Apostelgeschichte vor. Und Marga Greim führte aus: "Wenn ich das Fensterbild betrachte, spüre ich Jesu Zuspruch: Friede sei mit euch, Friede sei mit dir."

Das Fensterbild zeigt Jesus. "Seine rechte Hand ist zum Schwur erhoben, die Linke segnet, als ob er sagen würde: ,Ich verspreche, für immer bei euch zu sein.'"