Meist ist ein Haus schneller gebaut als geplant. Und bei der Festlegung von Bebauungsplänen gilt allemal "Eile mit Weile", damit beispielsweise nicht unnötig viele Flächen versiegelt werden. In Stegaurach geht nun aber nach langem Warten in Sachen Baugebiet "Mittelberg" und Änderung des Bebauungsplanes "Neuaurach-Friedhof" endlich einiges vorwärts. Der Gemeinderat durfte von Bürgermeister Thilo Wagner (FW-FL) die frohe Kunde vernehmen, dass die Grundstücksverhandlungen im Flurbereich "Mittelberg" und "Neuaurach-Friedhof" erfolgreich abgeschlossen wurden und man nun daran gehen könne, einen rechtsgültigen Bebauungs- mit Grünordnungsplan aufzustellen.

Alle Listen im Gemeinderat hätten seit Jahren gemeinsam darauf hingefiebert, so Wagner, dass endlich eine Entlastung für den Ortsteil Debring erfolge, der seit Jahr und Tag unter einem hohen Verkehrsaufkommen leide, das zu den Verbrauchermärkten an der Bundesstraße 22 fließt. Die Aufstellung eines Bebauungsplanes für die in der Gemarkung von Stegaurach liegenden Flächen wurde dann auch sofort beschlossen.

Eine Voranfrage zum vorhabenbezogenen Bebauungs- und Grünordnungsplan mit der Bezeichnung "Der Alte Berg" in Debring wurde bei zwei Gegenstimmen ebenfalls vorangebracht, so dass die Aufstellung des vorhabenbezogenen Plans zeitnah erfolgen kann.

Und schließlich kann nach Beschluss des Ratsgremiums auch das Plangebiet "Teichäcker" und "Teichäcker II" im Ortsteil Waizendorf weiterentwickelt werden. Der Nachfragedruck nach Bauland, ist in der 7400-Einwohner-Gemeinde Stegaurach ausgesprochen hoch.

Junge Leute wollen im Ort bleiben

Man sei immerhin die sechstgrößte Gemeinde im Landkreis Bamberg, so Bürgermeister Wagner, und man wolle sich auch nicht den Fakten und Wünschen verschließen, dass die jungen Leute aus der Gemeinde an ihrer Heimatgemeinde hängen und auch gerne am Ort bauen wollen.

"Wir haben in Stegaurach nur eine Seniorenresidenz, und begrüßen es daher, dass die jungen Leute am Ort bleiben wollen, denn viele entscheiden sich für ihren Heimatort, weil sie auch später für die Eltern und Großeltern da sein wollen", erklärte Cornelia Mühlhoff-Kempgen (Grüne-Bürgerstimme) unter Zustimmung aller Ratsmitglieder, weshalb an der Ausweisung von Baugebieten kein Weg vorbeigehe.

Abschließend erläuterte Bürgermeister Wagner, dass es nach einigen Verzögerungen mit dem Bauwagen für den Waldkindergarten im Januar 2020 vorwärtsgehen werde. Auch dem "Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept" (Isek) wolle man sich nach einer Verschnaufpause im Jahr 2019 wieder verstärkt widmen.

Den Abschluss der letzten öffentlichen Ratssitzung des Jahres nutzen Wagner und alle Listenvertreter für herzliche Wünsche und eine ausdrückliche Danksagung an die Verwaltung und an die Gemeindebürger. Vor diesem Hintergrund steht zu hoffen, dass der anstehende Kommunalwahlkampf in Stegaurach in der Sache ernst sein werde, im Stil aber immer fair. Hatte Dieter Heberlein von der Bürgernahen Liste (BNL) doch eine hundertprozentige Zustimmung für seine abschließende Beobachtung geerntet, dass man in Stegaurach eine hohe und faire Gesprächskultur pflege.