Wenn es ums Bauen geht, wird in Neudrossenfeld immer heiß diskutiert. In der Sitzung am Montagabend sorgte das kleine Baugebiet "Am Jurablick" beziehungsweise die Genehmigung des Bebauungsplanes für Auseinandersetzungen. Neue Einwendungen haben ergeben, dass bei diesem Baugebiet der Abstand zu den landwirtschaftlichen Flächen vergrößert werden muss. Außerdem solle man keine Eingrünung im üblichen Sinne - mit Hecken und Gehölzen - vornehmen, sondern mit Hilfe von Eingrünungsstreifen. Das Wasserwirtschaftsamt habe zudem darauf hingewiesen, dass die Bauwilligen auf den Grundstücken Rückhaltemöglichkeiten schaffen müssten.

Verwaltungsleiter Rainer Schimp stellte dann ausführlich eine Satzung für die Grundstücke vor. In dieser Satzung ist vorgeschrieben, dass die Gärten naturnah gestaltet werden müssten, dass es Blühstreifen geben müsse, die nur ein Mal im Jahr gemäht werden dürften. Außerdem sollen in dem 1,5 Hektar großen Baugebiet 20 Bäume gepflanzt werden.

Die Diskussion um die Satzung mit den vielen Auflagen eskalierte, als Verwaltungsleiter Schimpf auf die Dachgestaltung einging: Ziegel, nicht glänzend, in roten Farbtönen. Zink, Kupfer und Blei als Dachmaterial seien unzulässig. Heidemarie Nitsch (FuG) störte sich an den strengen Gestaltungsvorgaben, insbesondere an den roten Ziegeln. Verwaltungsleiter Rainer Schimpf versuchte die Forderung mit der Historie zu begründen. "Früher haben die Leute Fachwerk gebaut und mit Sandstein, heute baut man Pultdächer", monierte Nitsch. "Die Leute haben kein Interesse an einem hässlichen Baugebiet", konterte Schimpf. Georg Waldmann (CSU) kritisierte den vorgegebenen Mähzeitraum.

"Das, was hier gefordert wird, betrifft doch die, die das Grundstück kaufen und bewirtschaften. Wer soll denn das alles überprüfen?", fragte Gemeinderat Peter Rösch (FW) nach. Außerdem wunderte er sich, dass der Sachverhalt nicht im Bauausschuss vorberaten wurde.

Schließlich ging die Satzung dennoch, wenn auch mit fünf Gegenstimmen, durch. Auch der Bebauungsplan wurde auf den Weg gebracht.

Kritik an der Vorbereitung

Außerdem genehmigten die Neudrossenfelder Räte eine Ortsabrundungssatzung für Hornungsreuth. Peter Rösch (FW) hatte zuvor moniert, dass die Satzung gar nicht beigelegen habe. "Hornungsreuth ist nicht der erste Punkt, bei dem wir gar nicht genau wissen, was wir entscheiden", zeigte sich auch Manuela Stöcker (FW) nicht einverstanden mit der Art und Weise der Sitzungsvorbereitung. Strittig war die Genehmigung, weil sich das Gebiet im Hochwasserüberflutungsbereich befindet.