Der frühere Pfarrer von Schlüsselau, Röbersdorf und Erlach, Pater Wolfram Schüßler, feierte 80. Geburtstag. Dass es mit dem Himmel für ihn noch etwas Zeit hat, wurde beim Dankgottesdienst in vielen Grußworten deutlich.
Ein Vergelt's Gott richtete Wolfgang Schmidt, Pfarrer von Frensdorf und Leiter des Pfarreienverbunds Ebrachgrund, an den Jubilar. Seit seinem offiziellen Rücktritt als Pfarrer von Schlüsselau 2013 ist Pater Wolfram "Subsidiar" (Mitarbeiter) im Seelsorgebereich. Er sei so aktiv wie zuvor, werde gebraucht und eingesetzt, freute sich Schmidt: "Und er ist unser Wallfahrtspfarrer."
Die Wallfahrtskirche "Zur schmerzhaften Dreifaltigkeit" ist dem Jubilar in den 26 Jahren seines Wirkens ans Herz gewachsen, Heimat geworden. Bis ihn der Karmeliterorden 1991 wieder nach Bamberg rief, wirkte Pater Wolfram 21 Jahre lang in Wien.
1937 in Stockstadt am Main geboren, ging Walbert Johannes, so sein Taufname, mit 19 Jahren ans Theresianum der Bamberger Karmeliten. Nach einem Studium an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Bamberg wurde er am 29. Juni 1966 von Erzbischof Josef Schneider im Dom zu Bamberg zum Priester geweiht.


Dank an den Praktiker

Pfarrgemeinderatsvorsitzende Inge Schwarzmann ist sich sicher, Pater Wolfram könne "ein Buch an Lebenserfahrung" schreiben. Bürgermeister Jakobus Kötzner hob "den Praktiker Schüßler" hervor, der das denkmalgeschützte Kloster und die Liegenschaften vorbildlich in Schuss halte.
Denn bevor er sich für ein Leben als Mönch und Priester entschied, hatte der gebürtige Unterfranke den Beruf des Bauschlossers erlernt. Bei all seinen priesterlichen Stationen "baute" er nicht nur am Reich Gottes, sondern erwies sich auch als eifriger Baumeister in weltlichen Dingen.


"Das Alter ist eine Gabe"

Den Dankgottesdienst in seiner Wallfahrtskirche feierte der Jubilar mit Pfarrer Wolfgang Schmidt, dem Gast aus Tansania, Bischof Severin; Diakon Georg Bauer und Angehörigen des Pfarreienverbunds. Der Männerchor Waldeslust Schlüsselau stimmte festlich ein. In der Hoffnung auf weitere seelsorgerische Tätigkeit dankten dem Jubilar Delegationen aus Seelsorgebereich und Vereinen.
"Das Alter ist eine Gabe, eine Aufgabe", stellte Pater Wolfram fest. Auch diese Lebensphase habe ihre Schönheit: Für andere da sein zu können, mehr Zeit für Gott und das Gebet zu haben. see