Der Bauantrag für den neuen Kindergarten in Trailsdorf ist eingereicht, berichtete Architekt Andreas Konopatzki dem Hallerndorfer Gemeinderat. Er legte die aktualisierte Kostenberechnung in Höhe von fast 3,7 Millionen Euro vor.

Diese liegt über der Kostenschätzung, und das hat mehrere Ursachen: Da der Untergrund nicht über eine ausreichende Tragkraft verfügt, muss er bis zu 1,20 Meter unter der Gründung abgetragen und durch Mineralbeton ersetzt werden. Ebenso ist eine zusätzliche Ring- und Flachdrainage notwendig. Ein weiterer Grund für den Preisanstieg sind die Marktpreise, die durchschnittlich ein Fünftel über den Vorjahrespreisen liegen, erläuterte Konopatzki.

Etliche Gemeinderäte zeigten ihren Unmut deutlich: "Am Anfang wird alles schöngemalt und am Ende sitzen wir dann auf den viel höheren Kosten", monierte Gerhard Bauer (WG Hallerndorf). Mathias Erlwein (JAB) wollte wissen, warum nicht realistisch an ein solch großes Vorhaben herangegangen werde. Der Architekt wies darauf hin, dass ein Teil der höheren Kosten daher entstehe, dass statt einer Krippengruppe jetzt zwei benötigt werden: "Wir bauen schließlich größer."

Wie viel die Gemeinde selbst für die Kindertageseinrichtung aufbringen müsse, hänge von der Höhe der Förderung ab, antwortete Bürgermeister Torsten Gunselmann (FWG) auf die Frage nach der Summe. Mathias Erlwein fand sich als Gemeinderat von den Preisen getrieben und bat darum, dass in der kommenden Sitzung der Kämmerer anwesend sein sollte. "Geht es über unser geplantes Budget hinaus, hat das Folgen für das nächste Jahr", urteilte Erlwein.

Gemeinderätin Claudia Kraus (WG Trailsdorf) wies auf die Verhältnismäßigkeit des Bauvorhabens hin und darauf, dass in Hallerndorf der Kindergartenanbau für eine Gruppe bereits eine Million Euro und der Kindergarten Willersdorf ebenfalls 1,4 Millionen Euro gekostet hätten.

"Wir werden sicher noch weitere Überraschungen erleben", prognostizierte Bürgermeister Gunselmann, spätestens bei der Erschließung der geplanten Baugebiete. Trotz der lebhaften Diskussion waren sich die Gemeinderäte einig und stimmten den Planungen des Architektenbüros zu.

Rüdiger Hellmich vom Ingenieurbüro Weyrauther stellte den Bebauungsplan am Trailsdorfer Sportplatz vor: Hier sollen östlich der Kreisstraße zwölf Bauplätze mit einer Fläche zwischen 522 und 963 Quadratmetern entstehen. Auf der Kreisstraße wird eine Linksabbiegerspur zum Baugebiet führen, das mit einer Ringstraße erschlossen werden soll. Am Sportplatz entlang wird ein Lärmschutz gebaut.

Sebastian Schwarzmann (WG Trailsdorf) protestierte heftig und forderte, das Baugebiet auch auf der anderen Seite der Kreisstraße aufzuplanen, und wollte wissen, wozu der Gemeinderat die Grundstücke gekauft habe. Den von Bürgermeister Gunselmann dank der exorbitant gestiegenen Erschließungskosten prognostizierten Quadratmeterpreis von mindestens 200 Euro kritisierte Schwarzmann ebenfalls: "Wer kauft denn in Trailsdorf ein Grundstück für mehr als 200 Euro pro Quadratmeter?"

Für den Aufstellungsbeschluss gab es daher vier Gegenstimmen der Gemeinderäte.