In den Streit um das Baugebiet "Westlich der Pommernstraße zwischen Judenberg und Himmelsacker" hat sich am Mittwoch erstmals auch Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) eingeschaltet. Anwohner klagen gegen das Baugebiet und haben vor dem Verwaltungsgerichtshof auch einen Teilerfolg erzielt - doch Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU) hatte dazu erklärt, dass dieser juristische Teilerfolg noch keinen Baustopp bedeute. Die Gegenseite will das nicht akzeptieren, woraufhin der Ton in der Auseinandersetzung rauer wurde. Norbert Tessmer erklärt dazu: "Mit Verwunderung musste ich in den vergangenen Tagen feststellen, dass die Diskussion um das besagte Baugebiet die sachliche Ebene verlässt und nun auch persönliche Anfeindungen und Vorwürfe Teil der Auseinandersetzung sind. Ich möchte hiermit deutlich klarstellen, dass ich vollstes Vertrauen in alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Coburg habe und fest davon überzeugt bin, dass in jedem Amt nach bestem Wissen und Gewissen gearbeitet wird. Jeglichen Vorwurf gegen die Beteiligten, sich aus persönlichen oder sonstigen Gründen über geltendes Recht hinweg zu setzen, weise ich deutlich zurück." Der Oberbürgermeister verweist zudem auf die Baurechtsnovelle, die der Bundestag im März dieses Jahres verabschiedet hat und durch die der Verwaltung nun zusätzlich zur Möglichkeit des beschleunigten Verfahrens für Maßnahmen der Innenentwicklung auch für Außenbereichsflächen ein neuer Handlungsspielraum gegeben werde.


Für respektvollen Umgang

Tessmer erklärt: "Ziel des Gesetzgebers ist es dabei vor allem, den tatsächlich vorhandenen Bedarf an Wohnraum unbürokratischer, einfacher und schneller decken zu können. Mir ist durchaus bewusst, dass dies nicht an jeder Stelle Gefallen findet und dem einen oder anderen weh tut - auf der anderen Seite hilft es jedoch denjenigen, die Wohnraum benötigen. Jegliche persönliche Angriffe auf beteiligte Personen sind daher weder angebracht noch zielführend. Für den weiteren Verlauf des Projektes erwarte ich einen respektvollen Umgang beider Seiten, der zu einem zufriedenstellenden Ergebnis im Sinne der Weiterentwicklung und Qualitätssteigerung unserer Stadt führt." ct