Wie viele andere Kommunen steht auch Coburg vor dem Problem, dass Plätze für die frühkindliche Betreuung fehlen. Jetzt konnte eine gewisse Entspannung gemeldet werden. Gemeinsam mit dem Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Coburg, der in der Neustadter Straße eine Kindertagesstätte, einen Hort und eine Kinderkrippe betreibt, ergab sich eine Lösung, die zwar nicht einfach, aber absolut zielführend war.

Umzug und Umbau

Nach einigen Gesprächen fanden die Verantwortlichen einen Weg, wie in dem vorhandenen Gebäude Neustadter Straße 7b Platz für zwei Kinderkrippengruppen geschaffen werden kann. Der dort ansässige Hort zog in ein Nachbargebäude, zwei Kindergartengruppen wurden in die ehemaligen Horträume verlagert und die so frei gewordenen Räume wurden zur Krippe umgebaut.

"Es herrschte kreatives Chaos", beschrieb Awo-Geschäftsführer Carsten Höllein anlässlich der offiziellen Eröffnung die zurückliegenden Wochen. Höllein weiter: "Wir haben die schwierige Zeit gemeinsam überstanden, weil alle Beteiligten, Stadt, Träger, Personal, Eltern und schließlich auch die Kinder, die Belastung mitgetragen haben."

Sehr zufrieden zeigte sich der Awo-Geschäftsführer, dass die Arbeiten in einer rekordverdächtigen Zeit erledigt wurden. Höllein erinnerte daran, dass die ersten Planungsgespräche im Juni 2018 stattfanden und im Mai dieses Jahres mit dem Umzug des Hortes der Startschuss für die eigentlichen Arbeiten fallen konnte.

Im Juni konnte dann schon die erste Gruppe ihr neues Domizil in Besitz nehmen, jetzt folgte die zweite Gruppe.

Mit den Gruppenräumen allein war es nicht getan, das Projekt umzusetzen. Schlafräume und ein Wickelraum mussten geschaffen werden. Carsten Höllein unterstrich, dass das Gebäude äußerlich nicht verändert worden sei. Es ist nach seinen Worten gelungen, die Gegebenheiten so umzugestalten, dass die Ziele auch ohne Anbaumaßnahmen erreicht werden konnten.

Ganz so günstig war das Projekt dennoch nicht. Für die Stadt stehen 151 500 Euro Investitionskosten zu Buche, die Awo hat insgesamt 27 800 Euro einfließen lassen. "Es ist sehr gut angelegtes Geld", betonte Coburgs Dritter Bürgermeister Thomas Nowak. Er unterstrich weiter, dass die frühkindliche Bildung einen sehr hohen Stellenwert in Coburg habe.

Mit interessanten Zahlen wartete Carsten Höllein abschließend auf. Wurden im Awo-Kinderhaus Abenteuerland im Januar dieses Jahres insgesamt 76 Kinder betreut, werden es zum 1. Dezember 101 Mädchen und Jungen sein, davon 45 Kinder im Alter unter drei Jahren, derer sich 17 Fachkräfte - vier mehr als am Anfang des Jahres - annehmen werden.