Bei den nationalen Meisterschaften Obedience (Gehorsam) des Vereins für Deutsche Schäferhunde (SV) in Bad Staffelstein haben die Lokalmatadoren ihren Heimvorteil genutzt und setzten sich in nahezu allen Wettbewerben durch. Gastgeber war die Ortsgruppe des SV Bad Staffelstein-Lichtenfels.

Jennifer Reuß aus Bad Staffelstein wurde mit ihrer Hündin "Ravonne von Pritoria" (Aimy) Bundessiegerin im Wettbewerb für Deutsche Schäferhunde. Am Vortag holte sich ihre Trainingskollegin Stefanie Meyer aus Coburg mit dem Mischlingsrüden Bruno in der Meisterschaft für alle Rassen den Titel. Für beide Siegerhunde war es der letzte große Wettbewerb. Sie werden aus Altersgründen jetzt aus dem Leistungssport genommen.

Vorsitzender Rudi Waid zählte 56 Teilnehmer an den Wettbewerben. "Wir sind stolz, dass die Deutsche Meisterschaft zum ersten Mal in Bad Staffelstein stattfand", sagte er. Er dankte der Fußballabteilung des TSV Bad Staffelstein, die ihr Trainingsgelände zur Verfügung gestellt hatte.

Ein eingespieltes, gutes Mensch-Hund-Team sei eine Grundvoraussetzung bei Obedience-Prüfungen, so der Präsident des deutschen Schäferhundevereins, Heinrich Meßler. Es gehe nicht allein um den Gehorsam des Hundes. Auch seine Sozialverträglichkeit spiele eine große Rolle. Nur wenn sich beide Partner vollends aufeinander verlassen, könnten sie am Ende den Lohn ihrer langen Vorbereitung entgegennehmen, den Platz auf dem Siegertreppchen.

Der Bundessportbeauftragte Björn Bröker lobte den ausrichtenden Verein: "Mit großem Engagement haben die Organisatoren diese Doppelveranstaltung vorbereitet und sich einer großen Herausforderung mit Erfolg gestellt". Der Vorsitzende der Landesgruppe, Klaus Dworschak, fasste zusammen: "Die wesentlichen Eigenschaften des Deutschen Schäferhundes, seine Vielfältigkeit, Ausgeglichenheit und Belastbarkeit wurden unter Beweis gestellt. Bad Staffelsteins Bürgermeister Kohmann imponierte diese Hundesportart, bei der es besonders auf eine rasche, akkurate und harmonische Ausführung der Übungen ankomme.

Vorsitzender Waid erläuterte unserer Zeitung, worauf es bei den Prüfungen ankommt. Obedience sei vom Grundsatz her für jeden Hund geeignet, unabhängig von Alter und Größe, da die Richter bei der Bewertung auf die Besonderheiten des Hundes und der Rasse Rücksicht nehmen. Zu den bekannten Gehorsamsübungen aus der Begleithundeprüfung - bei Fuß laufen, Sitz aus der Bewegung und Platz mit Abrufen - kämen beim Obedience noch weitere Übungen wie beispielsweise das Apportieren, die Geruchsunterscheidung an Gegenständen, Positionswechsel, das Vorausschicken in ein Quadrat aus vier Pylonen oder die Wesensfestigkeit, vor allem gegenüber anderen Hunden, dazu.