Marion Krüger-Hundrup Für die Konzertplaner - Kirchenmusikdirektorin Ingrid Kasper und Domkapellmeister Werner Pees - war es zunächst ein Unglück: Beide wollten am gleichen Tag, zur gleichen Uhrzeit die Johannespassion von Johann Sebastian Bach aufführen. Entsprechende Vorbereitungen waren getroffen. Irgendwie klappte es im Vorfeld nicht mit der Kommunikation. Doch dann kam die Sache ans Licht und erweist sich nun als "kleine Chance für die Ökumene". So bezeichnet der Domkapellmeister jedenfalls die glückliche Fügung: "Ingrid Kasper hat das Programm gewechselt, wir haben den Konzertbeginn nach vorne geschoben", sagt Werner Pees zu dem Versuch, eine Verbindung zwischen beiden Konzerten herzustellen.

Unübertroffene Tiefe

Am Sonntag, 7. April, gibt es also in Bamberg "Bach für Hartgesottene". Man lese ja manchmal auch ein Buch an einem Tag oder gehe hintereinander in zwei Museen oder tue sich eine lange Wagner-Oper an, meint Pees: "Warum nicht zwei Mal hintereinander Bach?!"

Auftakt um 16 Uhr bildet im Dom die Johannespassion: "in unübertroffener Tiefe und Intensität", verspricht Pees, der diese Aufführung leitet. Um ein möglichst authentisches musikalisches Ergebnis zu erlangen, sei das Barockorchester "La Banda" verpflichtet worden. Die Musiker spielen auf Originalinstrumenten. Auch die Solisten seien in der Alten Musik zu Hause: Diana Fischer (Sopran), Kerstin Rosenfeldt (Alt), Manuel Warwitz (Tenor) und die beiden Bässe Andreas Burkhart und Marcus Schmidl.

Die Domkantorei stelle sich dieser schweren Aufgabe mit großem Engagement, Lust an Bach und mit Staunen über die gehaltvolle Musik "mit Suchtpotenzial", freut sich der Domkapellmeister. Während der kürzlichen Reise von 55 Sängern der Domkantorei nach Israel seien den jungen Leuten die Ereignisse der Bibel nähergebracht und im Blick auf das bevorstehende Konzert vor allem die Leidensgeschichte nach Johannes erläutert worden.

Bach in der Passion

Anknüpfend an die Johannespassion im Dom findet in St. Stephan um 19 Uhr ein Konzert unter dem Titel "Bach in der Passion" statt. Unter der Leitung von Ingrid Kasper bringen die Kantorei St. Stephan mit Orchester und Solisten - Susanne Bernhard (Sopran), Kerstin Rosenfeldt (Alt), Andrew Lepri Meyer (Tenor), Alban Lenzen (Bass) - beliebte Bach-Kantaten zu Gehör. Die Kirchenmusikdirektorin beschreibt das Ereignis so: "Klagende Oboenstimmen, seufzende Streicherbegleitung, eindrücklicher Chorgesang und Trompetenfanfaren am Schluss als österlicher Ausklang."