An der Katholischen Landvolkshochschule Feuerstein (KLVHS) ging es lustig zu: Birgit Pohl von der Fachstelle für pflegende Angehörige und die KLVHS hatten zu einer fünftägigen Auszeit für Demenzkranke und ihre Angehörigen eingeladen.
"Wir haben Ehepaare, aber auch eine Tochter mit ihrer demenzkranken Mutter zu Gast", erzählt Leiterin Birgit Pohl. Sie arbeitet für die Diakonie, der Referent Stephan Seeger für die Caritas. Mit ihrem Team von Ehrenamtlichen kümmert sie sich vormittags um die demenzkranken Gäste, während die Angehörigen sich bei Stephan Seeger austauschen und informieren können.
Die Teilnehmer der Auszeit werden rundum betreut. "Wir haben eine Betreuung fast von eins zu eins, so dass wir auf individuelle Bedürfnisse eingehen können. Eine Pflegekraft übernachtet sogar hier", erklärt Pohl.


Die Tochter bemerkte es

Es wird gesungen, getanzt, Ball gespielt, spazieren gegangen und vieles mehr. Die ehrenamtlichen Helfer kümmern sich, damit die pflegenden Angehörigen ein wenig Zeit für sich haben. "Wir sind hier angekommen und haben uns sofort wohlgefühlt", erzählt Elfriede Rossmanith aus Gunzenhausen und verrät, dass ihr demenzkranker Mann meinte: "Da bleiben wir." Sie berichtet, dass sie seit fast 58 Jahren verheiratet sind und ihr Mann sich da wohlfühle, wo sie sei. Vor einigen Jahren bemerkte die Tochter, dass mit dem Vater etwas nicht stimmte. "Ich wollte es einfach nicht wahrhaben", erzählt Elfriede Rossmanith. Doch irgendwann musste sie sich den Tatsachen stellen und fiel in ein mentales Loch. Durch Gebete und Gespräche habe sie sich den Tatsachen stellen können. Hier auf Burg Feuerstein fühle sie sich gut, könne Kraft tanken und die Auszeit genießen, denn sie wisse ihren Mann gut versorgt. "Wir haben zwei Paare, da wurden die Männer bereits mit Mitte 50 krank. Die kommen immer wieder. Die Frauen sind befreundet und selbst die Männer scheinen sich zu erkennen", erzählt Birgit Pohl. Sie empfiehlt pflegenden Angehörigen, sich nicht zu scheuen, um Unterstützung zu bitten und auch an sich zu denken.