Eckehard Kiesewetter Die Stadt kann sich freuen! Besonders die Schwimmer und die Wasserratten. Nicht nur wegen des Jubiläums 50 Jahre Freibad, das im Sommer groß begangen werden soll. Demnächst gilt es zudem, den Gewinn des "German Design Awards 2020" für das 2016 eröffnete Hallenbad zu feiern. Der Designpreis von Rang wird seit 2011 von der Stiftung "Rat für Formgebung" vergeben.

Der "German Design Award" hebt herausragende Gestaltungs-Trends, innovative Ideen und wegweisende Projekte ins Rampenlicht. Dem Haßfurter Ingenieurbüro BaurConsult, das in diesem Jahr gleich drei "Winner" stellt (ausgezeichnet werden auch dessen Entwürfe für die Mittelschule Hohenbrunn und die Gemeinschaftsschule Sonneberg), wird damit eine exzellente Architekturleistung bescheinigt.

Ansprüche vereint

Bei der Planung der Halle mit 25-Meter-Becken galt es nicht nur auf die finanziellen Restriktionen durch Stadt und Landkreis zu achten. Am Ende wurden sieben Millionen Euro verbaut, von denen der Staat zwei Millionen trägt. Wichtig war es auch, die Anforderungen an eine Sportstätte mit den Bäderrichtlinien für die öffentliche Nutzung synergetisch zu vereinen.

Alle Bereiche (Foyer, Umkleide, Badeplatte mit 25-Meter-Becken, Kinderspielbereich und Personalräume) sind ebenerdig angeordnet. Die Stahlkonstruktion mit Brettschichtholzbindern setzt auf lichtdurchlässige Fassadenverkleidung. So wird das Tageslicht optimal genutzt.

Lob der Jury

"Die großen Glasflächen", lobt die international besetzte Jury, "lassen das Gebäude mit seiner holzverkleideten Flachdachkonstruktion modern und einladend wirken. Innen sorgen viel Holz und Tageslicht für eine angenehme Atmosphäre. Eine zeitlose, formal schlichte Architektur, bei welcher der gestalterische Schwerpunkt nachvollziehbar auf der Funktionalität liegt."

"Den Preis hat das Bad wirklich verdient", findet Klaus Hanke, der sich für die praktischen Lösungen begeistert. Als Bademeister, der auch jahrelang das marode alte Hallenbad betreute, weiß er, wovon er spricht. Auch lobt er die erdbraune Außenfassade, über die anfangs Kritik laut wurde. "Wenn im Umfeld noch ein paar Bäume gepflanzt sind, dann passt sich das Bad sehr harmonisch in die Landschaft ein", sagt Hanke. Er beruft sich dabei auch auf das fachmännische Urteil seiner Tochter Magdalena, selbst Architektin. Sie findet die Fassadenfarbe "perfekt".

Mit dem Hallenbad in Ebern hätten Landkreis und Stadt etwas formal Schlichtes und doch zeitlos Schönes geschaffen, an dem man sich nicht so rasch sattsehe, wie beispielsweise an der farbig verspielten Architektur im Bamberger "Bambados".

Die Preisverleihung an das Haßfurter Architektenteam findet im Februar in Frankfurt/Main statt.