cindy dötschel "Die Veranstaltung war klein und schnuckelig und ohne Reizüberflutung", erinnert sich Marco Munsch an seinen Besuch der Australien-Wochen im Schwarzwald. Er war begeistert und hat deshalb gleich begonnen, ein ähnliches Fest im Coburger Land zu planen: Ende August finden die mittlerweile 6. Didgeridoo Sound Days statt.

"Zunächst stand die Frage, was genau wir organisieren wollen und wo und wann die Veranstaltung stattfinden soll, im Raum", erinnert sich Munsch. Für die ersten vier Jahre war die Ernstfarm der Veranstaltungsort der Didgeridoo Sound Days, damals hätten etwa 100 Gäste die Liveaufführung am Samstagabend besucht. "Seit dem letzten Jahr ist die Veranstaltung auf dem Sportgelände der SG Rödental", sagt Munsch. Erwartet werden in diesem Jahr um die 300 Besucher: "Unser Fest hat sich in den letzten Jahren Stück für Stück ein kleines bisschen vergrößert", sagt Munsch.

Mit den Jahren gewachsen

Für den Rödentaler gehen die Didgeridoo Days bereits einen Tag vor dem Beginn los: "Viele Händler und Künstler reisen schon am Freitag an, einige kommen aus Italien oder aus der Schweiz." Intern stehe am Freitag ein gemütliches Beisammensein an. "Viele kennen sich mittlerweile untereinander, der Tag ist gedacht, um in Ruhe anzukommen und zusammenzutreffen", sagt Munsch.

Künstler aus aller Welt

Das eigentliche Programm beginnt am Samstag: "Mit Augustina Mosca haben wir eine gebürtige Argentinierin zu Gast, die im Sommer immer in ganz Europa unterwegs ist", sagt Munsch. Eine Besonderheit sei auch der Auftritt von Sabine Göhler, die auf ihrer Motherdrum spielt. "Eine Motherdrum ist eine Trommel mit einem Durchmesser von über einem Meter. Personen können sich unter das Instrument legen und sich bespielen lassen", erklärt Munsch.

Der Ton hat etwas in ihm bewegt

Auf Spendenbasis werde am Samstagnachmittag eine Kristall-Klangreise angeboten. Außerdem ist auch ein Auftritt, bei dem Samba und Didgeridoo vereint werden, geplant, dabei kommen japanische Trommeln zum Einsatz. Ein Highlight der 6. Didgeridoo Sound Days sei die Verlosung eines selbst gebauten Didgeridoos: "Der Gewinner wird am Sonntag gezogen, bevor das Fest langsam zum Ende kommt", sagt Munsch. Der Erlös geht an die BRK-Bereitschaft Rödental-Froschgrund.

Die Ausstellung der Händler laufe über das ganze Wochenende. "Besucher können Kunstgegenstände, Perkussionszubehör und natürlich auch Didgeridoos kaufen", zählt Munsch auf.

Munsch selbst wird bei den bevorstehenden Didgeridoo Sound Days keinen aktiven Beitrag leisten - obwohl er bereits seit 13 Jahren Didgeridoo spielt. "Ich habe damals einen Wochenend-Workshop zum Thema Schamanismus besucht", erinnert sich Munsch. Der erste Programmpunkt sei eine Klangrunde gewesen.

"Der Ton des Didgeridoos hat etwas in mir bewegt", sagt Munsch. Bis er das Instrument beherrschte, dauerte es allerdings einige Jahre: "Ich hatte mich bereits damit abgefunden, dass ich die eine von 1000 Personen bin, die es nicht schafft, den Grundton zu spielen."

Mittlerweile besitzt Munsch etwa 20 eigene Didgeridoos, davon sind einige Originale aus Australien. Trotz seiner Leidenschaft für die Instrumente war Munsch bisher noch nicht auf dem Roten Kontinent: "Ich würde gerne ein Vierteljahr bei einem Stamm in Australien verbringen, aber einfach mal auszusteigen ist heute schwierig", meint Munsch.