In Fahrgemeinschaften hatten sich 35 Seniorinnen und Senioren des Ortsverbandes Oberthulba auf den Weg gemacht und die frühere Klosteranlage Maria Bildhausen besucht, heute eine Stätte der Begegnung für Menschen mit Behinderung. Unter dem Motto "Oase des Lebens" bietet der Träger dieser Einrichtung den Menschen mit Behinderung Raum zum Wohnen und Leben, Beschäftigung und Arbeit.

Lassen sich diese Abläufe überhaupt realisieren? Darüber wollten sich die Senioren informieren. Empfangen wurden sie von Erika Pascher und Benjamin Schmitt, welche nach Bildung von zwei Gruppen die Führung durch die Klosteranlage übernahmen. Nach Aussagen der beiden Gästeführer sei aus der Verpflichtung, Menschen mit Behinderung eine sinnvolle Aufgabe zu geben, im Kloster Maria Bildhausen im Lauf der Jahrzehnte ein professionelles und erfolgreiches Non-Profit-Unternehmen entstanden. In den Läden und Werkstätten der Anlage hätten rund 200 Menschen eine sinnvolle Aufgabe.

Das vielseitige Angebot, wie Kerzen, Produkte aus edlen Hölzern oder kreative Kunstwerke aus Ton, allesamt handbemalt, konnten die Senioren im Klosterladen bestaunen. Information erhielten sie auch in der Kaffeerösterei, einem neuen Arbeitsbereich. Sechs Werkstattbeschäftigte und ein Gruppenleiter sortieren und verpacken dort frisch gerösteten Kaffee umweltschonend und versenden diesen.

Dem Klosterladen angegliedert ist eine Gärtnerei, in der zwölf Menschen mit Behinderung eine Aufgabe haben. Hier erhalte man saisonales Gemüse, Obst, Kräuter und Salate sowie Zier- und Nutzpflanzen.

Beim Rundgang durch die historische Klosteranlage erhielten die Senioren auch einen geschichtlichen Rückblick. Sie erfuhren von den Verwüstungen und Plünderungen während des Bauernaufstandes und des 30-jährigen Krieges sowie den Phasen des Wiederaufbaus. Von den Senioren bestaunt wurden die wertvollen Klostergebäude, darunter das schöne Abteigebäude, welches eine Reihe von kultur-historischen Schätzen berge.

Nachdenklich wirkten die Senioren bei der Begehung des Bildhäuser Friedhofes und dem dort errichteten Euthanasie-Mahnmal "Haus wider das Vergessen". red