Stephan Herbert Fuchs

"Wir nehmen alle Tiere, die andere nicht mehr wollen", sagt Jessica Sebald. Lamas, Emus, Kängurus gehören genauso dazu wie Schweine, Kaninchen, Schafe, Ziegen, Rehe und Pferde, die auf dem großen Grundstück des Sternenhofs am Rande von Gößweinstein ihr Zuhause haben.
Schon immer habe man sich um Kleintiere gekümmert, die ihre Besitzer loswerden wollten, weiß sich Jessica Sebald. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Pensionspferdehaltung.
Der Sternenhof ist ein Familienbetrieb, bei dem ein harmonisches Miteinander von Tier und Mensch im Vordergrund steht. "Wir legen großen Wert auf artgerechte Tierhaltung und eine vielseitige Ausbildung von Pferd und Reiter", erklärt Jessica Sebald. Sie ist zuständig für den Reitunterricht, die Pferdeausbildung, alles Organisatorische und den Bürokram, für neue Ideen und auch für Stallarbeit, Tierpflege und Fütterung.
Ihr Ehemann Daniel Sebald kümmert sich um die Stallarbeit, sämtliche Reparaturen und alles, was neu gebaut wird, um Mäharbeiten, die Fütterung der Tiere, den Reitplatz und um sein Reiterstübchen. "Auch unsere Kids haben schon ihre kleinen Aufgaben, lernen den richtigen Umgang mit den Tieren, wie man sie richtig versorgt, pflegt, und sie haben schon ihre Lieblinge unter den Tieren, ganz besonders angetan sind sie von unseren Hunden", sagt Daniel Sebald.
Vor 13 Jahren war zu dem Pferdehof ein eigener kleiner Gnadenhof für Haus- und Nutztiere sowie verwaiste Wildtiere dazugekommen. Irgendjemand hatte drei Ziegen auf dem Hof angebunden. "Mit dabei ein Zettel, auf dem stand, dass wir uns um sie kümmern sollen", erinnert sich Jessica Sebald.


Alte und kranke Tiere

Seitdem kümmert sich die Familie um alte und kranke Tiere, die keiner mehr will. In der Arche gibt es verschiedene Volieren, Ställe, Offenställe, Käfige, Quarantäneställe und Gehege, sowohl für die dauerhaften Schützlinge als auch für vorübergehende Pfleglinge, die zur Aufzucht und zur Genesung in Gößweinstein einen Platz gefunden haben.
Die Kosten für den Gnadenhof tragen Jessica und Daniel Sebald aus den Einnahmen des Pensionsstalls, aber auch aus ihrer Privatkasse. Manche Reiter spenden etwas für die Tiere. Manchmal gibt es Patenschaften von denen, die die verletzten Tiere bringen. Nach 13 Jahren privater Tierhilfe auf dem Sternenhof hat Familie Sebald 2016 einen Verein gegründet. Auch Pläne für die Zukunft hegen die Sebalds bereits: So möchten sie den Zaun des riesigen Nutztiergeheges erneuern und ein Gehege für Füchse, die zum Aufpäppeln da sind, bauen.