Rege diskutiert wurde am Mittwochabend in der Gemeinderatsitzung in Adelsdorf, als es um das Thema "Klima" ging. Hatten doch die Grünen den Antrag gestellt, in Adelsdorf den Klimanotstand auszurufen. "Wie es um unseren Planeten steht, kriegen wir gerade wieder mit", sagte Sabina König (Grüne) und spielte damit auf die hohen Temperaturen an. "Es ist wichtig, dass man Maßnahmen auf kommunaler Ebene gegen den Klimawandel ergreift", ergänzte Michael Auer (Grüne).

Günter Münch (FW) erklärte: "Grundsätzlich wollen wir alle, dass unser Planet erhalten bleibt. Trotzdem können wir hier in Adelsdorf nicht die Welt retten." Er betrachtete die in Adelsdorf bereits erfolgten Maßnahmen wie das Austauschen von Fenstern in der Schule und die energetische Dämmung des Rathauses und bezeichnete alles zusammen als "Champions- League-Niveau".

Primär störten sich die meisten Mitglieder des Gremiums aber an dem Begriff "Klimanotstand" selbst, auch wenn dieser weltweit dafür steht, dass zum Beispiel eine Gemeinde erklärt, dass es eine Klimakrise gibt und dass die bisher ergriffenen Maßnahmen nicht ausreichen, diese zu begrenzen. Zweite Bürgermeisterin Jutta Köhler (FW) war der Meinung, "ein Notstand ist eine Ausnahmesituation. Aber einer Ausnahmesituation haben wir hier erfolgreich entgegengewirkt. Eine Klimaoffensive können wir starten, aber lassen Sie uns bitte keinen Klimanotstand ausrufen."

Sabina König widersprach: "Wir brauchen nicht drumrum zu reden, wir haben einen Klimanotstand! Das kann man einfach nicht mehr wegdiskutieren." Auer unterstützte mit "Es geht darum, dass die Kommune Adelsdorf als Kommune nach oben weitergibt, dass gehandelt werden muss". Letztendlich schlug Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) einen Kompromiss in Form einer Umformulierung vor. Statt Klimanotstand nannte er den Begriff "Klimaoffensive", die von der Kommune gestartet werden soll. Diesem Vorschlag wurde einmütig zugestimmt.

Nicht minder rege wurde über einen Antrag der SPD bezüglich der Schaffung von Blühwiesen und Blühbeeten in Adelsdorf diskutiert. "Adelsdorf ist eine wachsende Gemeinde", erläuterte Jörg Bubel (SPD), "Sie sollte einen optimistischen Eindruck machen." Fischkal wies darauf hin, dass in der letzten Zeit bereits viel entstanden sei.

Paul Sänger (FW) meldete sich mit einem "Ich habe drei Hektar Blühwiesen angesät" zu Wort, und Andreas Maier (CSU) erklärte: "Man muss mal bei uns durch die Ortschaft gehen. So schöne Blühflächen, so gepflegt. Da muss man unseren Bauhof loben."

Als nächstes geht es um die Kosten für all das und wer sie tragen soll. Beschlossen wurde am Ende, den Antrag zu qualifizieren und die möglichen Kosten sowie den Arbeitsaufwand zu ermitteln. Zudem sollen per Mitteilung im Amtsblatt Paten für Blühflächen gesucht werden, denen die Samen gestellt werden könnten. Der Antrag soll dann in einer weiteren Sitzung erneut behandelt werden.