Wer gemeint hatte, die Vorstellung der Planung für den Bahnübergang Oberhaid durch die die DB Netz AG wäre in der Sitzung des Gemeinderates im Bürgersaal Oberhaid schnell abgehakt, musste sich eines Besseren belehren lassen. Über zwei Stunden versuchte der Projektleiter der DB Netz, Anton Miller, unterstützt von drei Mitarbeitern, Bürgermeister Carsten Joneitis (SPD) und dem Gemeinderat die Planungen für den Bahnübergang in Oberhaid im Kreuzungsbereich Dammstraße/Weide ans Herz zu legen.

Fatal dabei war nur, dass von den ursprünglich angedachten vier Varianten nur eine übrig blieb, die realisierbar sein sollte. Unbestritten ist die Tatsache, dass der Bahnübergang in dieser Form mit Halbschrankenanlage seit 1985 existiert. Übermäßig groß ist der Verkehr an dieser Stelle auch nicht: Gerade mal 263 Fahrzeuge passierten bei einer Verkehrszählung im letzten Jahr diesen Übergang, hinzu kamen 150 Radler und Fußgänger.

Sicherheitsgründe und ein neues elektronisches Stellwerk in Staffelbach würden nun diesem Bahnübergang den Garaus machen, stellten die Bahnverantwortlichen fest. Die Planung sehe die Auflassung des Bahnübergangs vor, für Fußgänger und Radfahrer würde eine Personenunterführung hergestellt, der Kfz-Verkehr über einen dann sechs Meter breiten Ersatzweg umgeleitet. Geplanter Baubeginn ist 2022/23.

Für die Anlieger jenseits des Bahnübergangs würde ein Umweg entstehen - dieser sei, so die Bahnvertreter - aus den genannten Sicherheitsgründen bis zu einer Länge von drei Kilometer zumutbar. Diese Sicherheit hat aber auch ihren Preis.

Rund 5,5 Millionen Euro sollen der Rückbau, die Auflassung des alten Bahnübergangs, die Fußgängerunterführung, die Straßenerweiterung und die notwendige Brücke kosten. Die Kosten würden sich die Deutsche Bahn, der Baulastenträger - also letztlich die Gemeinde - und der Bund zu je einem Drittel teilen. Diese Planungen trafen den Gemeinderat und auch die zahlreichen Oberhaider unvorbereitet.

"Überrumpelt" fühle sich der Gemeinderat, so Otmar Scheis (CSU), von der Tatsache, dass von vier angedachten Varianten letztlich nur eine zum Tragen kommen könne. Nicht nachvollziehbar sei, warum der Bahnübergang nicht erhalten bleiben könne und nur die Unterführung für Fußgänger und Radfahrer das Sicherheitsrisiko minimieren könnten. Denkbar sei auch eine Verlegung der Gleise in Richtung Dörfleins, um "parkende" Güterzüge aus dem Bereich des Bahnübergangs herauszuhalten - eine Idee, die Anton Miller von der DB sofort als zu kostenaufwendig verwarf.

Bürgermeister Joneitis äußerte sein Unverständnis, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden, ohne die von der Bahn zugesagte Bürgerbeteiligung in Form einer Bürgerversammlung. Joneitis appellierte an die DB-Vertreter, die anderen Varianten nochmals zu überdenken, das bevorstehende Genehmigungsverfahren zumindest bis September zu verschieben und zuvor auch die Bürger zu hören. Projektleiter Miller sagte zu, das weiterzugeben - Ausgang ungewiss.

Spannungsabfall

Nicht so aufregend verlief der Rest der Sitzung: Ab 1. Juni hat die Gemeinde Oberhaid neben dem Bürgermeister und Geschäftsstellenleiter Markus Klarmann einen neuen Standesbeamten mit Thomas Schmitt, der vom Gemeinderat einstimmig bestätigt wurde. Angeschafft werden soll ein Abrechnungssystem für die Schulmensa, die bislang nur mit Bargeld betrieben wurde. In Zukunft soll sie online über ein elektronisches Bestellsystem oder auch telefonisch betrieben werden. Dabei wird eine Gebühr von 15 Cent pro Essen erhoben, bis Ende des Schuljahres kostet das Essen 1,50 Euro, nächstes Schuljahr wird es teurer.

Positiv beschieden wurde der Zuschussantrag des Ortskulturrings Unterhaid, der für den Vereinsraum im Feuerwehrhaus Unterhaid eine Kühlzelle anschaffte. Die Gemeinde unterstützt das mit einem zehnprozentigen Zuschuss in Höhe von 551 Euro.